Spar­maß­nah­men: NRW will 2025 we­ni­ger Re­fe­ren­da­re ein­stel­len

Nord­rhein-West­fa­lens Jus­tiz­mi­nis­ter Ben­ja­min Lim­bach (Grüne) plant, die Zahl der Re­fe­ren­da­ri­ats­plät­ze stu­fen­wei­se auf etwa 3.000 zu ver­rin­gern. Das steht im Haus­halts­plan für 2025, der ak­tu­ell noch aus­ge­ar­bei­tet wird. In die­sem Jahr sind knapp 3.800 Re­fe­ren­da­re in NRW be­schäf­tigt.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren waren bis zu 4.500 Plät­ze ein­ge­plant. Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um NRW be­grün­det die Än­de­rung ei­ner­seits mit we­ni­ger Be­darf nach der Co­ro­na-Pan­de­mie, an­de­rer­seits mit not­wen­di­gen Spar­maß­nah­men wegen einer schwa­chen Kon­junk­tur. Be­reits ab Juli 2024 wer­den die Ein­stel­lun­gen be­grenzt.

Dass Kür­zun­gen bei den Re­fe­ren­da­ri­ats­plät­zen an­ste­hen, war in der ver­gan­ge­nen Woche be­kannt ge­wor­den. Der rechts­po­li­ti­sche Spre­cher der FDP-Land­tags­frak­ti­on NRW und Vor­sit­zen­de des Rechts­aus­schus­ses, Wer­ner Pfeil, hatte in den so­zia­len Me­di­en auf die Kür­zungs­plä­ne auf­merk­sam ge­macht. Er kri­ti­sier­te: "NRW-Jus­tiz­mi­nis­ter Ben­ja­min Lim­bach ver­letzt mit die­ser er­schüt­tern­den Spar­maß­nah­me seine Ver­pflich­tun­gen und sei­nen Amts­eid! Lim­bach hat nicht die Not­wen­dig­kei­ten der Jus­tiz im Blick."

Kür­zun­gen we­ni­ger dras­tisch als dar­ge­stellt

Auf An­fra­ge be­stä­tig­te nun ein Spre­cher des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums, dass Stel­len ein­ge­spart wer­den sol­len. "Es gilt eine stren­ge Haus­halts­dis­zi­plin. Die engen fi­nan­zi­el­len Rah­men­be­din­gun­gen für das Jahr 2025 ma­chen es er­for­der­lich, vor­sorg­lich be­reits in die­sem Jahr die An­zahl der Ein­stel­lun­gen in den Vor­be­rei­tungs­dienst ver­ant­wor­tungs­be­wusst zu ge­stal­ten“, hieß es aus dem Mi­nis­te­ri­um. So dras­tisch, wie es Pfeil dar­ge­stellt habe, seien die Kür­zun­gen aber nicht. Pfeil sprach von Ein­spa­run­gen um bis zu 30%, tat­säch­lich werde aber ein viel ge­rin­ge­rer An­teil an Re­fe­ren­da­ri­ats­plät­zen ent­fal­len.

Dass in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bis zu 4.500 Plät­ze ein­ge­plant ge­we­sen seien, sagte der Spre­cher wei­ter, sei auch auf die Co­ro­na-Pan­de­mie zu­rück­zu­füh­ren. Weil das Re­fe­ren­da­ri­at wäh­rend der Co­ro­na-Zeit län­ger ge­dau­ert habe, seien mehr Re­fe­ren­da­r­in­nen und Re­fe­ren­da­re an­ge­stellt ge­we­sen. Mitt­ler­wei­le sei der Be­darf wie­der ge­sun­ken. NRW be­schäf­ti­ge ak­tu­ell 3.776 Re­fe­ren­da­re. Den­noch seien wei­te­re Ein­spa­run­gen im Haus­halt für 2025 ge­plant, der sich ak­tu­ell noch in der Res­sort­ab­stim­mung be­fin­de und vor­aus­sicht­lich im Som­mer ver­ab­schie­det werde.

"Die Jus­tiz wird selbst­ver­ständ­lich auch in Zu­kunft aus­rei­chend Re­fe­ren­da­r­in­nen und Re­fe­ren­da­re ein­stel­len", kom­men­tier­te der Spre­cher. "Die ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Be­gren­zung der Ein­stel­lun­gen er­mög­licht es, wei­ter­hin die hohe Qua­li­tät der Aus­bil­dung zu si­chern." Es könne aber künf­tig zu län­ge­ren War­te­zei­ten auf die Re­fe­ren­da­ri­ats­plät­ze kom­men.

In NRW wer­den mo­nat­lich neue Re­fe­ren­da­re je­weils in einem der drei OLG-Be­zir­ke Köln, Düs­sel­dorf und Hamm ein­ge­stellt. Die War­te­zeit be­trägt ak­tu­ell zwi­schen drei und neun Mo­na­ten. Mit knapp 4.000 Re­fe­ren­da­ren bei nur etwa 1.700 Ab­sol­ven­ten des ers­ten Staats­ex­amens be­schäf­tigt NRW auch viele aus­wär­ti­ge Ab­sol­ven­ten, die für das Re­fe­ren­da­ri­at nach NRW gehen.

Redaktion beck-aktuell, dd, 3. Juni 2024.

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