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Design im Recht

Von RDi-Redaktion,
In der Rubrik Tech & Tools werden Anwendungen vorgestellt, die den juristischen Alltag vereinfachen, ergänzen oder in sonstiger Weise verbessern können. Dabei handelt es sich überwiegend, aber nicht ausschließlich, um kommerzielle Angebote. In dieser Ausgabe wird das Unternehmen „This is Legal Design“ vorgestellt, das sich der Innovation im Rechtsbereich widmet.

Screenshot_RDi_08_2022_Tech_und_Tools_WEBWelches Problem löst „This is Legal Design“?

Legal Design als solches soll dabei helfen, Probleme zu lösen. Damit lässt sich sagen: Die Problemlösung ist gerade das Problem, das gelöst werden soll – und dies mittels strukturierter Anwendung von Innovationsmethoden wie etwa dem Design Thinking. Legal Design Thinking fokussiert das Ganze auf den Rechtsbereich. Design Thinking wird in vielen anderen Disziplinen bereits seit Jahren angewendet, im Rechtsbereich gibt es indes noch zahlreiche ungenutzte Potenziale. Dabei stehen bei sämtlichen Legal-Design- Projekten immer die Nutzerinnen und Nutzer im Vordergrund.

Was genau bietet „This is Legal Design“ an?

Manche denken bei Legal Design nur an mittels Grafiken und Icons „aufgehübschte“ bzw. stark gekürzte Verträge oder juristische Dokumente. Doch weit gefehlt. Es geht um nutzerzentrierte Prozesse, Produkte, Kommunikation, Dienstleistungen und Technologien. So lassen sich etwa neue Rechtsprodukte und -services mittels Legal Design finden und umsetzen. Daneben werden noch Workshops, Vorträge und Trainings angeboten.

Warum denn überhaupt Legal Design?

Wieso die eigenen Richtlinien, Verträge und Texte überarbeiten und neu gestalten, wenn sich doch aktuell niemand darüber beschwert? Die Antwort ist: Weil sich durch neue Produkte und verbesserte Prozesse ein angenehmes Nutzererlebnis derjenigen ergibt, die mit dem Dokument arbeiten (müssen). Der juristische Mehrwert von gut lesbaren und verständlichen Dokumenten liegt auf der Hand: Die Inhalte eines auf diese Weise optimierten Dokuments werden verstanden und korrekt umgesetzt, was zur Herstellung bzw. Verbesserung von Compliance führt.

An wen richtet sich „This is Legal Design”?

Das Angebot von „This is Legal Design“ richtet sich vorwiegend an Rechtsanwaltskanzleien, Rechtsabteilungen und Unternehmen, ist aber natürlich nicht hierauf beschränkt. Auch in Justiz und Verwaltung lassen sich zahlreiche Anwendungsfälle von Legal Design finden. Man denke in der Justiz beispielsweise etwa an Formulare und Belehrungen für Privatpersonen.

Wer steht hinter „This is Legal Design“?

Die beiden Gründerinnen von „This is Legal Design“ sind bekannte Gesichter innerhalb der „Legal-Tech-Bubble“: Lina Krawietz (European Women Legal Tech Award 2020) und Alisha Andert (Vorstandsvorsitzende des Legal Tech Verbands). Nicht minder bekannt ist Astrid Kohlmeier, die als deutsche Legal-Tech-Pionierin gilt und im Rahmen eines Co-Entrepreneurship- Modells mit „This is Legal Design“ zusammenarbeitet (s. hierzu das Interview in RDi H. 10/2021, VIII, online unter https://rsw.beck.de/zeitschriften/rdi/single/2021/10/25/designtes-recht). Apropos: Auch die Eingabe des Begriffs „Legal Design“ in einen Podcatcher nach Wahl führt zu sehr vielen hörenswerten Podcasts, die einen tieferen Einblick in die Thematik gewähren.

Die Berufsgruppe der „Legal Designer“ ist insgesamt noch sehr klein, doch es gibt immer mehr Personen, die sich der Schnittstelle zwischen Design und Recht widmen. Der Bedarf am Markt ist aktuell gewiss noch nicht gedeckt.

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