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Erfahrungsbericht JA 8/2015

Von Laura Helen Thoma, Studentische Mitarbeiterin Dekanat Juristische Fakultät; Eberhard Karls Universität Tübingen | Feb 17, 2016

Fakultätskarrieretag in Tübingen

Einleitung: Vom Praktikum und zur Karriere

Netzwerke und berufliche Kontakte können den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. Um hier anzuknüpfen und frühzeitig den Kontakt zu künftigen Arbeitgebern herzustellen, bot die Juristische Fakultät der Eberhard Karls Universität mit dem diesjährigen Fakultätskarrieretag bereits zum fünften Mal eine Karriereplattform an, bei der sich die Besucher über die verschiedenen Berufsfelder der Juristerei informieren konnten: Auf der Suche nach Praktika, Nebentätigkeiten, Referendarstationen oder Festanstellungen bekamen Studierende wie Referendare die Möglichkeit in direkten Kontakt mit Personal- und Fachverantwortlichen aus Unternehmen, Kanzleien oder öffentlicher Verwaltung zu treten und sich dabei über aktuelle und künftige Stellenangebote zu informieren und auszutauschen. Das Absolvieren verschiedener Praktika vor, während und nach dem Studium ist zu einem unerlässlichen Bestandteil der juristischen Grundausbildung geworden. Praktische Erfahrungen helfen das theoretisch erlernte Wissen in die Praxis umzusetzen und geben Einblicke in verschiedene juristische Berufsfelder – gerade oder vor allem deshalb ist in der Juristenausbildungs- und Prüfungsordnung Baden-Württemberg in § 5 II festgeschrieben, dass Studierende während der praktischen Studienzeit eine »Anschauung von praktischer Rechtsanwendung« erhalten.

Bei der Praktikums- oder Arbeitsplatzsuche steht den Bewerbern aber eine Vielzahl von attraktiven und potenziellen Arbeitgebern gegenüber. Um dabei die Recherche nach den relevanten Informationen und den richtigen Ansprechpartnern zu erleichtern, sollte der Fakultätskarrieretag den ersten Kontakt und Austausch mit den potentiellen Arbeitgebern erleichtern. So übernahm – getreu dem Motto »Die Karriere kommt zu Ihnen« – der Dienstleister MYJOBFAIR die Organisation des Tübinger Fakultätskarrieretags.

In Vorbereitung auf die Karrieremesse boten Kurzprofile der Aussteller auf dem Bewerbungsportal von MYJOBFAIR einen schnellen Überblick über ihre jeweiligen Spezialgebiete, Standorte und Angebote. Bestand für die Interessierten darüber hinaus ein konkreter Bewerbungswunsch, war es möglich bereits im Vorfeld der Karrieremesse den Ausstellern den eigenen Lebenslauf über dieses Bewerbungsportal zukommen zu lassen. Die Aussteller wählten dann Bewerber mit passendem Profil aus und luden sie zu einem persönlichen Gespräch an ihren Messestand ein. Mittels dieses Verfahrens konnte am Messetag das individuelle Bewerbungsanliegen konkret besprochen werden. Diese Möglichkeit des Bewerberportals wurde von mehr als der Hälfte der Besucher genutzt, die dadurch zahlreiche Gesprächsangebote erhielten. Aber auch Bewerbungsgespräche müssen trainiert und geübt werden: Interessierte konnten deshalb das Angebot eines Bewerbungstraining mit Karriere-Coach Frank Schornstheimer in Anspruch nehmen, der den Teilnehmern anhand praxisnaher Beispiele und Übungen zeigte, worauf es im Bewerbungsgespräch konkret ankommt und welche Erwartungen an den Bewerber gestellt werden (Unterlagen von Schornstheimer zum kostenlosen Download: http://www.lawyer-coaching.de/downloads.html).

Sprungbrett: Der Fakultätskarrieretag in Tübingen

Nach diesen intensiven Vorbereitungen im Vorfeld der Messe, eröffnete am 5.5.2015 Studiendekan Prof. Dr. Christoph Thole die Veranstaltung und begrüßte zunächst die 25 Aussteller. Anschließend hob er die Bedeutung der Karrieremesse hervor, die sowohl den Besuchern die Möglichkeit biete, Kontakte mit der Berufspraxis zu knüpfen, als auch den Arbeitgebern die Chance gebe, mit den potentiellen Mitarbeitern von morgen in direkten Austausch und Kontakt zu treten.

Auch in diesem Jahr deckten die Messeaussteller wieder ein breites Spektrum an Arbeitgebern ab. So waren neben internationalen Großkanzleien, Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Institutionen auch lokal-orientierte Aussteller unterschiedlicher Schwerpunkte aus der Heimat bzw. der näheren Umgebung vertreten, was für die Besucher von ebenso großem Interesse war. Denn durch die oft lange Ausbildungszeit sind Studenten, Referendare und Absolventen aus Tübingen in ihrer (Wahl-)Heimat sozial oder familiär verwurzelt, weshalb sie nicht selten auf der Suche nach potentiellen Arbeitgebern in ihrer Nähe sind. Bei bundesweiten Veranstaltungen wird diese Ausstellerpräsenz lokal verwurzelter Arbeitgeber oft nicht geboten und wird daher von vielen Besuchern als einer der Mehrwerte des Fakultätskarrieretags in Tübingen angegeben.

Einige Besucher gaben an, dass sie die Veranstaltung nutzen, um sich allgemein über den Aussteller zu informieren, andere hatten aber auch bereits gezielte Fragen und Anliegen, mit denen sie das Gespräch zu bestimmten Arbeitgebern suchten. Im Idealfall wurden Bewerbungsunterlagen und Kontaktdaten ausgetauscht, eventuell wurden Bewerbungsgespräche vereinbart oder es folgten Einladungen zu Veranstaltungen der Unternehmen und Kanzleien.

Der Fakultätskarrieretag in Tübingen beschränkte sich aber nicht nur auf die zahlreichen Messestände, sondern wurde auch durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm abgerundet: So konnten Besucher zum einen an Fachvorträgen der Aussteller über berufliche Perspektiven in ihrer Branche teilnehmen oder ihren eigenen »Bewerbungsmappencheck« sowie eine individuelle Karriereberatung bei Karriere-Coach Frank Schornstheimer einholen. Der zentrale Ausstellerstandort in der Neuen Aula der Juristischen Fakultät hat sich mit seinen »kurzenWegen für alle« auch in diesem Jahr wieder bewährt: so konnten die Referendare und Studierenden den Veranstaltungstag so nutzen, dass sie Karriereplanung und Vorlesungsbesuche verbinden konnten, bspw. indemsie die Pausen zwischen den Vorlesungen für Standbesuche oder gezielte Gespräche nutzten.

Resonanz und Fazit

Der Messetag in Tübingen bot sowohl die Möglichkeit, sich generell ein Bild über die verschiedenen Aussteller zu machen und sich unverbindlich an die großen Kanzleien heranzutasten, als auch die Chance, sich gezielt zu bestimmten Themen, wie zum Beispiel Praktikumsplätzen oder Referendarsstellen zu informieren. Insbesondere konnten die vielfältigen Angebote direkt verglichen und die Unterschiede zwischen den Arbeitgebern ausgemacht werden.

Dabei nahmen sich die Repräsentanten der Aussteller meist viel Zeit, um auf die Informationssuchenden individuell einzugehen, Fragen zu beantworten und sich einen persönlichen Eindruck von seinem Gegenüber zu machen. Es konnten dadurch viele erste Kontakte geknüpft werden, die teilweise noch über den Messetag hinaus wirken.

Sowohl Aussteller wie Besucher zogen eine durchweg positive Resonanz von der Veranstaltung: So wurden von 100% der Befragten die Erwartungen an das Karriereevent vollkommen erfüllt. Auch für die Aussteller war der »Karrieretag in Tübingen eine sehr gelungene Veranstaltung«. Andere waren »sehr angetan … und positiv überrascht von der Zahl der guten und interessanten Gespräche mit Studierenden und Referendaren« (alle Ausstellerstimmen auf der Seite von MYJOBFAIR: https://www.myjobfair.de/myjobfair/ausstellerstimmen/).

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich ein Besuch des Karrieretages in jedem Fall zu jeder Ausbildungsphase lohnt, egal ob Praktikum, Referendariat oder Festanstellung: Der Besuch des Karriereevents sollte aber gut vorbereitet sein.Wichtig ist es deshalb sich zuvor über die Aussteller zu informieren und Fragen für ein gut geführtes Gespräch herauszuarbeiten. Nur so kann das Netzwerk der beruflichen Kontakte wachsen. Vielleicht lassen sich dann auch schon bald daraus die gewünschten Früchte ernten.

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