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| Editorial | Liebe Leserinnen und Leser | 435 |
| Auf den .Punkt gebracht! | Die bilanzielle Behandlung von Staking und Liquidity Mining nach IFRS Der Fall - die Lösung Asst. Prof. Dr. Wladislav Gawenko und Dr. Sepideh Khalili, Leipzig Staking- und Liquidity Mining-Geschäfte gehören zu beliebten Decentralized Finance-Funktionen (DeFi) im Kryptobereich. Die Bilanzierung dieser Geschäfte nach IFRS ist jedoch bisher ungeklärt und stellt die Praxis vor zahlreiche Herausforderungen. Diese Geschäfte sind durchaus komplex, und es sind Vorschläge zu ihrer sachgerechten Bilanzierung notwendig, um die Informationsfunktion eines IFRS-Abschlusses bestmöglich zu erfüllen. Im folgenden Fall wird die Bilanzierung von Staking und Liquidity Mining behandelt, und es werden Lösungsvorschläge für die Praxis entwickelt. | 437 |
| Accounting for Value? | Unzweckmäßigkeit und Unstetigkeit bei den zentralen Berichtskennzahlen Eine historische Analyse am Fallbeispiel der Entwicklung bei BASF von 2017 bis 2025 Prof. PD Dr. Andreas Haaker, CIIA, CEFA, Dresden In der Vergangenheit strebte BASF an, „eine signifikante Prämie“ auf die „Kapitalkosten zu verdienen“ und berichtete daher über das „Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) nach Kapitalkosten“ als „zentrale Ziel- und Steuerungsgröße“. Ab dem Geschäftsjahr 2019 sollte dann „die Rendite auf das betriebsnotwendige Kapital (Return on Capital Employed) – kurz ROCE – das EBIT nach Kapitalkosten als bedeutsamsten Leistungsindikator für die Steuerung der BASF-Gruppe ersetzen“, was der Verfasser seinerzeit in zwei „Accounting for Value“ -Beiträgen aufgrund des Widerspruchs zur wertorientierten Zielsetzung kritisiert hatte, da eine explizite Gegenüberstellung mit dem Kapitalkostensatz unterblieb. Seit 2024 wird nun primär über „EBITDA vor Sondereinflüssen und den Free Cashflow [...] als neue bedeutsamste Leistungsindikatoren“ berichtet. Wie ist diese Unstetigkeit im Hinblick auf die Zweckmäßigkeit einer wertorientierten Berichterstattung zu beurteilen? | 443 |
| Auf den .Punkt gebracht! | IFRS S2: Klimabezogene Finanzinformationen als Anforderung im globalen Umfeld Globaler Standard und Interoperabilität mit den ESRS WP/StB Prof. Dr. Christian Zwirner, WP/StB Dr. Corinna Boecker und Martina Zanker, M.Sc., München Mit IFRS S2 hat das International Sustainability Standards Board (ISSB) einen global ausgerichteten Standard für klimabezogene Finanzinformationen geschaffen, der sich auf die Informationsanforderungen der Kapitalmärkte fokussiert. Aufbauend auf den vier Säulen der TCFD (Task Force on Climate-related Financial Disclosures) unterliegt der Standard dem Konzept der finanziellen Wesentlichkeit. Mit den im Dezember 2025 verabschiedeten Amendments hat das ISSB einzelne Erleichterungen bzgl. Informationen zu Treibhausgasemissionen beschlossen, die für Berichtsperioden ab dem 1.1.2027 gelten. Zugleich sind IFRS S2 und die europäischen Berichtsstandards (ESRS) eng aufeinander abgestimmt (Interoperabilität). Die Autoren geben nachfolgend einen Überblick über den Aufbau, die Anwendungslogik und aktuelle Entwicklungen des Standards und ordnen ihn im Verhältnis zu den ESRS ein. | 448 |
| IRZ-Aktuell | Nachrichten zu IFRS und US-GAAP | 452 |
| | Medienspiegel | 454 |
| Bilanzierung und Bilanzpolitik | Purchase Price Allocation 2.0: Berücksichtigung klimabezogener Aspekte im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen gemäß IFRS 3 Prof. Dr. German Figlin und Armin Hagel, CFA, CVA, M.Sc., Nürnberg Klimabezogene Chancen und Risiken werden am Kapitalmarkt zunehmend eingepreist – doch wie schlägt sich das in der Purchase Price Allocation nach IFRS 3 nieder? Weder IFRS 3 noch IFRS 13 enthalten dazu spezifische Regelungen. Der Beitrag zeigt, dass klimabezogene Aspekte über das Marktteilnehmerkonzept des IFRS 13 gleichwohl in die Bewertung einzubeziehen sind, und arbeitet heraus, wie sie abhängig von Vermögenswert und Bewertungsverfahren wirken. Eine Fallstudie zum Erwerb eines Industriepumpenherstellers veranschaulicht sowohl wertmindernde Effekte – etwa bei energieintensiven Sachanlagen und umweltbezogenen Verpflichtungen – als auch werterhöhende Effekte bei klimafreundlichen Technologien und Kundenbeziehungen. Deutlich wird dabei: Klimaeffekte beeinflussen Zahlungsströme, Nutzungsdauern und Kapitalkosten und machen die ESG Due Diligence zum Dreh- und Angelpunkt einer sachgerechten Bewertung. | 455 |
| | Explizite und faktische Wahlrechte nach IFRS Teil 4: Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen: Abgrenzung und Ansatz WP/StB Dipl.-Ök. Ralf Pöller, Essen Die International Financial Reporting Standards (IFRS) haben grundsätzlich die Zielsetzung, Anlegern, Kreditgebern und anderen Gläubigern entscheidungsnützliche Informationen über das berichtende Unternehmen bzw. den Konzern bereitzustellen (CF.1.2 ff.). Um den Nutzen von Finanzinformationen zu erhöhen, sollen diese vergleichbar, überprüfbar, zeitnah und verständlich sein (CF 2.4.). Der Nutzen kann durch die Ausübung von Wahlrechten und Ermessensspielräumen eingeschränkt sein. Neben den in den Standards ausdrücklich genannten Wahlrechten (explizite Wahlrechte) bestehen in den IFRS zahlreiche versteckte Wahlrechte und Ermessensspielräume. Diese werden nachfolgend als faktische Wahlrechte bezeichnet. Die folgende tabellarische Übersicht zeigt die expliziten (expl) und die faktischen (fakt) Wahlrechte nach IFRS auf. Die Darstellung der faktischen Wahlrechte beschränkt sich auf typische, praxisrelevante Fälle. | 465 |
| KI im Fokus | AccountingBench: Evaluierung der Accounting Intelligence führender KI-Modelle Eine Analyse von 129 IFRS-Aufgaben hinsichtlich Anspruchsniveau, Aufgabenart und Verlässlichkeit Dr. Alexander Hofer, LL.B., Dr. Markus Isack und Manuel Kaburek, MSc, Wien Der vorliegende Beitrag untersucht die Leistungsfähigkeit gängiger KI-Modelle bei IFRS-Aufgabenstellungen. Hierfür greifen die Autoren auf Beispiele aus Lehrbüchern und auf die Klausuren für die Berufsbefähigung von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern in Österreich zurück. Dabei zeigt sich, dass sämtliche KI-Modelle theoriefokussierte Lehrbuchaufgaben nahezu vollständig lösen, während bei Aufgabenstellungen der Berufsprüfung differenziertere Ergebnisse sichtbar werden. Der vorliegende Beitrag zeigt, worauf bei der Arbeit mit KI-Modellen im Accountingbereich zu achten ist und in welchen Bereichen die Modelle Schwächen zeigen. Wenngleich die Analyse eine Momentaufnahme der getesteten Modellgenerationen darstellt, liefert die Untersuchung zentrale Schlussfolgerungen für die Praxis und indiziert dadurch Implikationen für den Berufsstand. | 471 |
| | Integration von generativer KI in Nachhaltigkeitsstrategien Victoria Riess, MBA (Cambridge), Nürnberg Generative KI kann Nachhaltigkeitsprogramme maßgeblich unterstützen, indem sie den Prozess der Analyse von Umweltdaten, der Simulation neuer Designs und der Bewertung von Produktlebenszyklen in einem Bruchteil der Zeit vereinfacht. Dieser Beitrag behandelt die Grundlagen generativer KI (GenAI) in Nachhaltigkeitsprogrammen, einschließlich der Frage, wie die Ausrichtung auf übergeordnete Unternehmensziele sichergestellt werden kann. | 479 |
| | Impressum | 483 |