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| Editorial | Liebe Leserinnen und Leser | 279 |
| Expertenkommentar | Drei Schichten, eine Reihenfolge Warum KI in der IFRS-Welt von unten gebaut werden muss Johannes Kofler, M.Sc., Saarlouis Wenn Künstliche Intelligenz in der Rechnungslegung scheitert, scheitert sie selten dort, wo wir hinschauen. Sie scheitert nicht am Modell, nicht am Anbieter und nicht am Prompt. Sie scheitert am Fundament, auf dem sie steht – und dieses Fundament ist in den meisten Unternehmen weder dokumentiert noch konsolidiert noch prüfungssicher beschrieben. Wer KI in IFRS-Prozesse einführt, ohne zuvor seine Datenarchitektur und seine Bilanzierungslogik in eine maschinenlesbare Form zu bringen, baut keine Effizienz, sondern eine Fehlerkette. Diese Fehlerkette schlägt nicht im Pilotprojekt durch, sondern im Bestätigungsvermerk. Sie ist deshalb nicht ein technisches, sondern ein Berichtsrisiko – und genau aus diesem Grund verdient sie eine andere Perspektive als die, mit der die meisten KI-Diskussionen geführt werden. | 281 |
| Accounting for Value? | OpenAI’s Profit Excluding Model Training Costs Prof. PD Dr. Andreas Haaker, CIIA, CEFA, Dresden Die sich zu Billionen von US-Dollar kumulierenden Investitionen in AI-Infrastruktur machen sich zwischenzeitlich sogar im US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukt (GDP) bemerkbar und prägen maßgeblich die bislang positiv erscheinende Entwicklung an den US-Kapitalmärkten. Entsprechend groß ist die Gefahr von Fehlallokationen und Blasenbildung. Die unsichtbare Hand des Marktes ist dabei auf sichtbare Finanzinformationen angewiesen, welche im AI-Ökosystem gleichsam durch ein sog. „Fake-it-till-you-make-it“-Accounting geprägt zu sein scheinen, also durch Finanzinformationen, welche die wirtschaftliche Lage aus schuldenfinanzierten und bislang unrentablen Milliarden-Investitionen so lange beschönigen sollen, bis sie sich (hoffentlich) am Ende doch als hochrentabel erweisen. Eine dieser „Beschönigungsmaßnahmen“ ist die Berichterstattung über einen „Profit Excluding Model Training Costs“, bei dem die wesentlichen Kosten bei der (Pseudo-)Gewinnermittlung vernachlässigt werden. | 284 |
| Auf den .Punkt gebracht! | Financial Covenants und ihre Bedeutung nach IFRS – Auswirkungen von IFRS 18 auf bilanzielle Finanzkennzahlen und Vertragsbedingungen WP/StB Prof. Dr. Christian Zwirner, München Financial Covenants sind zentrale Kreditvertragsklauseln, deren Einhaltung wesentliche Auswirkungen auf Kreditkonditionen hat. Der vorliegende Beitrag verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Financial Covenants nach IFRS und beleuchtet die Auswirkungen von IFRS 18 „Presentation and Disclosure in Financial Statements“, der IAS 1 ab 2027 ersetzt. IFRS 18 ändert die Erfolgsdarstellung, führt neue Kategorien und Zwischensummen in der Gewinn- und Verlustrechnung ein und konkretisiert die Klassifizierung von Schulden unter Berücksichtigung von Covenants. Für die Praxis ergibt sich im laufenden Jahr 2026 Handlungsbedarf, einschließlich einer frühzeitigen Analyse der Auswirkungen, Überprüfung von Kreditverträgen, Dokumentation der Covenant-Berechnungen sowie Beachtung der Berichterstattungspflichten. Die Einführung von IFRS 18 erfordert eine sorgfältige Vorbereitung, um die Chancen verbesserter Transparenz zu nutzen und die Risiken einer Covenant-Verletzung zu minimieren. | 287 |
| IRZ-Blitzlicht | 10 oder mehr (persönliche) Fragen an ... WPin/StBin Janina Lohrmann WP/StB Janina Lohrmann, M.Sc., München | 291 |
| IRZ-Aktuell | Nachrichten zu IFRS und US-GAAP | 292 |
| | Medienspiegel | 295 |
| Bilanzierung und Bilanzpolitik | Lieferkettenfinanzierungen in der Bilanz und in der Kapitalflussrechnung Ein Beitrag zur Auslegung der IFRS Prof. Dr. Harald Kessler, CVA, Köln Von einem Instrument zur Optimierung des Working Capital haben sich Supply-Chain-Finance-Programme (SCF) inzwischen weithin zu einem festen Bestandteil moderner Unternehmenssteuerung entwickelt. Die Abstimmung zwischen Einkauf, Treasury, Rechnungswesen und Angeboten der Finanzierungsinstitutionen ist komplexer geworden. Damit einher gehen erhöhte Anforderungen der Stakeholder an Transparenz und Berichterstattung. Aus dem Blickwinkel der IFRS hat sich das Interpretations Committee bereits im Jahr 2020 mit den Implikationen von Reverse Factoring-Vereinbarungen als der klassischen Form der Lieferkettenfinanzierung für die Rechnungslegung befasst. Seine Hinweise zum Ausweis der mit diesem Finanzierungsmodell verbundenen Verbindlichkeiten in der Bilanz und zur Darstellung der korrespondierenden Zahlungen in der Kapitalflussrechnung haben der Diversität in der Rechnungslegungspraxis kein Ende gesetzt. Der Beitrag geht den Gründen auf die Spur und fragt, inwieweit der Übergang auf IFRS 18 den Ausweis von Lieferkettenfinanzierungen in den primären Abschlussbestandteilen beeinflussen wird. | 297 |
| | Das Paradoxon konzerninterner Umrechnungsdifferenzen Replik auf den Beitrag von Kupper/Pittroff/Schmidt, IRZ 2026, 51 ff. Oliver Köster, Zürich | 307 |
| Bilanzanalyse | Analyse der Entwicklung der EU-Taxonomie-Kennzahlen der DAX-40-Unternehmen für die Geschäftsjahre 2022 bis 2025 DAX-Benchmark-Studie zur EU-Taxonomie Dr. Christian Herold, Frankfurt a.M., Gregor Grottel, Stuttgart, und Chiara Schmit, Berlin Eine der wesentlichen Anwendungsfragen bei der Implementierung von IFRS 18 betrifft die Kategorisierung von Fremdwährungsdifferenzen aus konzerninternen Transaktionen. Dieses Thema hat hohe praktische Bedeutung wegen der operativen Implementierung in die Reportingsysteme und deren möglichen Auswirkungen auf das aus Investorensicht bedeutende operative Ergebnis. Der Beitrag setzt sich kritisch mit der vom IFRS IC kontrovers diskutierten und erst nach Verlängerung und Elfmeterschießen gefundenen Lösung der Agenda-Entscheidung vom März 2026 auseinander. Dabei wird auch auf die grundsätzliche von Kupper/Pittroff/Schmidt in ihrem Beitrag (IRZ 2026, 51 ff.) geäußerte Kritik eingegangen, dass erfolgswirksame konzerninterne Währungsdifferenzen eigentlich nicht existieren dürften. | 313 |
| KI im Fokus | Digitale Transformation in Rechnungswesen und Controlling: Neue Möglichkeiten und Herausforderungen Univ.-Prof. Dr. Robert Obermaier, Isabella Miller, M.Sc., beide Passau, und Prof. Dr. Markus Grottke, Stuttgart Dieser Beitrag untersucht die EU-Taxonomie-Berichterstattung der DAX- 40-Unternehmen für die Geschäftsjahre 2022 bis 2025. Analysiert werden die Entwicklung der Taxonomie-Kennzahlen Umsatz, Investitionsausgaben (CapEx) und Betriebsausgaben (OpEx), branchenspezifische Unterschiede sowie die erstmalige Anwendung der durch die Omnibus-Initiative eingeführten Wesentlichkeitsschwellen für das Geschäftsjahr 2025. Die Ergebnisse zeigen, dass das Ziel der EU, die Finanzströme in nachhaltige Tätigkeiten zu lenken, mit der EU-Taxonomie-Berichterstattung bisher nur begrenzt erreicht wird. Die Aussagekraft und Lenkungswirkung wird durch die sehr heterogene Abdeckung der diversen Geschäftsmodelle und Branchen, durch regulatorische Auslegungsunsicherheiten sowie die neuen Wesentlichkeitsschwellen maßgeblich beeinflusst. | 321 |
| Prüfung | Anforderungen an Wirtschaftsprüferinnen und -prüfer im Wandel der Nachhaltigkeitsberichterstattung Ergebnisse einer qualitativ-empirischen Untersuchung im österreichischen Berufsstand Marija Anić, BA, FH-Prof. Dr. Felix Fischer, MSc, und FH-Prof. Mag. Dr. Michael Kuttner, BSc, MSc, Salzburg Die digitale Transformation stellt Unternehmen vor die Herausforderung, neue Technologien betriebswirtschaftlich nutzbar zu machen. Ziel ist es, Effizienzpotenziale zu realisieren und neue Wertschöpfungsmöglichkeiten zu erschließen, wobei der Nettoeffekt aus Investitionen und Produktivitätsgewinnen positiv sein muss. Das Rechnungswesen ist dabei bislang nur eingeschränkt in der Lage, die ökonomischen Effekte digitaler Technologien jenseits von Automatisierung adäquat abzubilden und für Steuerungszwecke nutzbar zu machen. Der Beitrag zeigt, wie die Digitalisierung das Rechnungswesen selbst als Informations- und Prozesssystem verändert (Rechnungswesen als Gegenstand der Digitalisierung), andererseits aber auch, wie die Digitalisierung neue Anforderungen an das Rechnungswesen stellt, da die ökonomischen Effekte digitaler Technologien mess- und steuerbar gemacht werden müssen (Digitalisierung als Gegenstand des Rechnungswesens). Damit verändern sich nicht nur die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, sondern auch das Rollenbild von Accountants und Controllern. | 329 |
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