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| Editorial | Liebe Leserinnen und Leser | 89 |
| Accounting for Value? | Kapitalwertorientiertes Investieren, Value-Check und Bedeutung der Marktkapitalisierung Prof. PD Dr. Andreas Haaker, CIIA, CEFA, Dresden Ende Oktober 2025 erreichte der Aktienkurs von Nvidia eine Höhe von über $ 207, wodurch die rechnerische Marktkapitalisierung (Preis einer Aktie multipliziert mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien) kurzzeitig die Fünf-Billionen-Dollar-Marke (sic!) überschritt und Nvidia, zumindest der veröffentlichten Meinung zur Folge, einen entsprechenden Rekord-Wert aufwies. Wie üblich wird bei einer solchen Interpretation der essenzielle Unterschied zwischen dem Aktien-Wert (den man bei Erwerb des Unternehmensanteils erhält) und dem Aktien-Preis (den man für diesen Unternehmensanteil bezahlt) genauso vernebelt wie die Tatsache, dass für einzelne Aktien tatsächlich gezahlte Transaktionspreise und fiktive Hochrechnungen auf die Summe aller ausgegebenen Aktien (Marktkapitalisierung – Market Cap) etwas grundlegend Verschiedenes sind. Im Folgenden soll der Nvidia-Fall daher zum Anlass genommen werden, um auf die skizzierten Missverständnisse näher einzugehen, dabei einige Gedanken zu einer Art „Value-Check“ vorzubringen, der wiederum gemäß dem sich ändernden Hintergrundwissen auszugestalten und zu adjustieren ist. | 91 |
| Auf den .Punkt gebracht! | Währungsumrechnung von Finanzinformationen in hochinflationäre Währungen Änderungsstandard zu IAS 21 veröffentlicht WP/StB Dr. Julia Busch und WP/StB Prof. Dr. Christian Zwirner, München Im November 2025 hat das IASB einen Änderungsstandard zu IAS 21 zur Währungsumrechnung veröffentlicht. Mit den „Amendments to IAS 21: Translation to a Hyperinflationary Presentation Currency“ erfolgen Klarstellungen zur Währungsumrechnung aus einer nicht-hochinflationären Währung in eine hochinflationäre Darstellungswährung. Die Ergänzungen sollen bisher bestehende Unsicherheiten beseitigen und dienen grundsätzlich der Bereitstellung konsistenterer und nützlicherer Informationen in Abschlüssen, die in einer Hochinflationswährung präsentiert werden, indem sie auch die Vergleichbarkeit der Finanzinformationen sowohl zwischen Unternehmen als auch länderübergreifend verbessern. Gleichzeitig sollen die Änderungen in IAS 21 den betroffenen Unternehmen eine einfachere Handhabung und Kostenersparnisse ermöglichen. Der dem Änderungsstandard zugrunde liegende Exposure Draft ED/2024/4 war im Juli 2024 veröffentlicht und zur Diskussion gestellt worden. Die nun vom IASB publizierten Änderungen an IAS 21 treten für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen. | 99 |
| IRZ-Aktuell | Nachrichten zu IFRS und US-GAAP | 102 |
| | Medienspiegel | 104 |
| Bilanzierung und Bilanzpolitik | Schätzung von Preis- und Kostensteigerungen bei langfristigen Rückbauverpflichtungen Prof. Dr. Helfried Labrenz und André Schmidt, Zwickau Der enorme Preis- und Kostenanstieg im Jahr 2022 hat bei dem hier untersuchten Baupreisindex einen Strukturbruch zur Folge. Da diese Entwicklung zum einen kein Einzelfall ist und sie zum anderen einen nachhaltigen Bewertungseffekt in Bezug auf Rückbauverpflichtungen erzeugt, sind die aus Mittelabflussprognosen abgeleiteten Wachstumsmodelle jährlich auf Trendanpassungen zu prüfen. Dabei ist IAS 37.43 wesentlich, aus dem hervorgeht, dass unabhängig von den gegenwärtigen Bewertungsunsicherheiten eine unangemessen hohe Zuführung nicht IFRS-konform ist. Im Beitrag werden konkrete Vorschläge zum Umgang mit Strukturbrüchen im Wachstumstrend besprochen sowie notwendige Wertkorrekturen beschrieben. | 105 |
| | Möglichkeiten zu Verweisen inner- und außerhalb des Geschäftsberichts Kann eine doppelte Angabe von Informationen wirklich in deutlichem Maß vermieden werden? Dr. Jens Reinke, Hannover, und Univ.-Prof. Dr. Stefan Müller, Hamburg Die grundlegende Idee einer integrierten Berichterstattung erscheint grundsätzlich wünschenswert und hilfreich – auch, um damit einhergehend Doppelungen bei den Informationen und Angaben zu vermeiden. Regulatorisch unterscheidet das HGB – und dies gilt implizit auch für das IFRS-Regelwerk – zwischen Angaben, die im Abschluss und insbesondere im Anhang vorzunehmen sind, und Erläuterungen, die im Lagebericht darzustellen sind. Abschluss und Anhang sowie Lagebericht sind dabei beide eigenständige Berichtsinstrumente. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die umfangreiche Regulatorik zu Abschluss und Anhang, zum Lagebericht und zur nichtfinanziellen Erklärung sowie zukünftig zum Nachhaltigkeitsbericht Verweise untereinander zulässt und ermöglicht, auch – und gerade – um ggf. unnötige Doppelungen zu vermeiden. | 111 |
| Blickpunkt: Fehlerhafte (IFRS-)Konzernabschlüsse | Gesellschafts- und bilanzrechtliche Folgen fehlerhafter (IFRS-)Konzernabschlüsse Teil 1: Nichtigkeit und Korrekturpflicht Pascal Czaja, Köln Im Mittelpunkt von Bilanzskandalen steht nicht selten der Konzernabschluss, insbesondere wenn er nach internationalen Rechnungslegungsstandards aufgestellt worden ist. Da dies immer ein Indiz dafür bietet, dass ein großes Unternehmen betroffen ist, zieht ein fehlerhafter IFRS-Konzernabschluss erhöhte Aufmerksamkeit auf sich. Die besondere Fehleranfälligkeit eines Konzernabschlusses mag mit seiner nicht zu bestreitenden Komplexität im Zusammenhang stehen. Zwar sind an der Aufstellung des Konzernabschlusses und dessen Kontrolle verschiedenste Akteure beteiligt, um schon präventiv sicherzustellen, dass die Bilanzerstellung und -kontrolle seriös erfolgt. Werden Konzernrechnungslegungsfehler aber doch einmal ausgemacht, sind v.a. die gesellschafts- und bilanzrechtlichen Folgen in vielerlei Hinsicht ungeklärt. Daher gilt es im Folgenden, diese rechtlichen Rahmenbedingungen näher zu beleuchten. | 117 |
| KI im Fokus | Predictive Forecasting bei Bosch: Entwicklungsperspektiven für den Einsatz von Predictive Analytics im Controlling Björn Reitzenstein, Sabine Kösling-Guse, beide Gerlingen, und Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger, Düsseldorf Gerade in volatilen Märkten stoßen traditionelle Forecasting-Ansätze im Controlling an ihre Grenzen. Predictive Forecasting ist die datengetriebene Antwort auf diese Herausforderungen, indem der Prognoseprozess automatisiert und ein KI-basiertes fortlaufendes Forecasting mit Echtzeit- Daten ermöglicht wird. Dabei kann das volle Potenzial nur im Zusammenspiel der Expertise von Data Science und Controlling erreicht werden. Auf Basis praktischer Erfahrungen im Controlling der Robert Bosch GmbH werden Chancen, Erfolgsfaktoren und Implementierungsansätze für Predictive Forecasting aufgezeigt. | 123 |
| Nachhaltigkeit im Brennpunkt | Verbesserung der Nachhaltigkeitsberichterstattung gem. ESRS: Erkenntnisse aus der ersten Berichtssaison Dr. Josef Baumüller, Erika Obermayr, MSc, WP/StB Mag. Alfred Ripka und Kevin Wagner, BSc (WU), Wien Selbst ohne Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in das deutsche bzw. in das österreichische (Bilanz-)Recht legte der größte Teil der „Welle-1-Unternehmen“ auf freiwilliger Basis bereits für das Geschäftsjahr 2024 Berichte nach den neuen Vorgaben vor. Im Lichte fehlender Erfahrungswerte sowie weitreichender Interpretationsspielräume ist es nicht überraschend, dass diese Berichte von einer hohen diversity in practice charakterisiert waren. Es lässt sich aber zugleich erkennen, dass einige der gewählten Vorgehensweisen als besser geeignet erscheinen, um eine aussagekräftige und zugleich wirksame Nachhaltigkeitsberichterstattung zu ermöglichen. Der vorliegende Beitrag fasst ausgewählte Ergebnisse einer Studie zusammen, die von Deloitte Österreich durchgeführt wurde. Auf Basis ihrer Ergebnisse können Verbesserungsvorschläge abgeleitet werden, die auch im Hinblick auf die Zielsetzungen der Omnibus-Initiative von Bedeutung sind. | 131 |
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