In dieser Ausgabe von Tech & Tools wird das Angebot von Lexemo vorgestellt, mit dem rechtliche Workflows automatisiert werden können.
Welches Problem löst Lexemo?

Die Arbeitsabläufe, die uns tagtäglich am Schreibtisch beschäftigen, verursachen häufig immer noch einen hohen manuellen Aufwand. Des Weiteren kommen Mandanten oft mit immer wiederkehrenden Anfragen auf ihre Anwälte zu, beispielsweise in Bezug auf bestimmte Risikoprüfungen. Auch diese Anfragen müssen dann immer einzeln abgearbeitet werden und wenn sie nach Feierabend oder am Wochenende eingehen, bleiben sie in der Regel erst einmal liegen.
Wie genau funktioniert Lexemo?
Lexemo ermöglicht es, mit einer No-Code Plattform namens „e!“ Arbeitsabläufe zu automatisieren. Dabei wird regelbasierte Präzision mit KI-basierter Flexibilität kombiniert.
Mit der im Browser laufenden Plattform kann man ohne Programmierkenntnisse Entscheidungsbäume bauen, die den späteren Nutzer strukturiert durch den Workflow führen. Diese Entscheidungsbäume können manuell auf einer grafischen Oberfläche erstellt werden oder man nutzt AutoMate. AutoMate ist ein KI-Assistent, dem man in natürlicher Sprache den Prozess beschreiben kann und der dann in nur wenigen Minuten automatisch den Entwurf des Entscheidungsbaums fertigt. Schließlich finden sich bereits mehrere Vorlagen für Workflows in der Template-Bibliothek der Plattform.
Diese regelbasierte Automatisierung kann an geeigneten Stellen mit generativer künstlicher Intelligenz kombiniert werden, um im Ergebnis sogenannte „Agentic Workflows“ zu erstellen. Die Plattform ist dabei für verschiedene KI-Modelle offen. Welche jeweils konkret angeschlossen werden, kann also frei entschieden werden.
Zusätzlich können interne Wissensdatenbanken und Dokumente hinterlegt und an den relevanten Punkten mit dem Workflow verbunden werden. Darüber hinaus können über passende Schnittstellen auch weitere Programme oder externe Datenbanken angeschlossen werden. Eine solche Schnittstelle besteht beispielsweise bereits zur KI-nativen Rechtsdatenbank LexGraph.
Mit Lexemo kann man somit Automatisierungen unter anderem für Risikoprüfungen, Kategorisierungsprüfungen, Fallannahmen oder für jeden anderen Ablauf bauen, der regelmäßig vorkommt.
Die späteren Nutzer klicken sich dann einfach durch den Workflow. Diese Workflows können intern genutzt oder beispielsweise den Mandanten von ihren Anwälten direkt zur Verfügung gestellt werden.
Als Output kann der automatisierte Prozess schriftliche Antworten geben, Dokumente als PDF- oder DOCX-Datei erstellen oder direkt E-Mails versenden.
Wer steht hinter Lexemo?
Die Plattform „e!“ by Lexemo wird von der Lexemo GmbH aus Frankfurt a. M. angeboten. Mitgründer und CEO ist Pascal Di Prima, der vorher Rechtsanwalt unter anderem bei Simmons & Simmons war. Maraja Fistani´c ist Chief Revenue Officer und Co-Managing Director.
Was kostet Lexemo?
Das Unternehmen verfolgt ein simples Kostenmodell. Die Kunden zahlen ab 15.000 Euro im Jahr, haben dafür aber keinerlei Beschränkungen, vor allem bezüglich der Nutzeranzahl oder der Anzahl an Automationen oder Agenten.
An wen richtet sich Lexemo?
Das Angebot von Lexemo richtet sich primär an Kanzleien und Rechtsabteilungen von Unternehmen sowie an Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.
Welche sind die Konkurrenten?
Ein direkter deutscher Konkurrent ist Bryter, die ein in vielen Aspekten vergleichbares Produkt anbieten (RDi 7/2025, IX). International sind Betty Blocks und Josef Legal zu nennen. Außerdem sind Make.com oder Power Automate von Microsoft mit einem ähnlichen Ansatz auf dem Markt.