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KI-Assistent der NRW-Finanzverwaltung

Von Nico Kuhlmann,
In dieser Ausgabe von Tech & Tools wird die neue KI-Plattform FinAssist.NRW der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen vorgestellt.

Welches Problem löst FinAssist.NRW?

In der Finanzverwaltung, wie in anderen Behörden auch, müssen täglich Texte verarbeitet, zusammengefasst und geschrieben werden. Der Rückgriff auf kommerzielle und in der Regel ausländische KI-Angebote zur Unterstützung der Mitarbeitenden scheidet aber oft von vornherein aus rechtlichen Gründen wegen der Sensibilität der Daten aus.

Die Lösung ist der Betrieb von geeigneten KI-Modellen in einer eigenen und geschützten IT-Umgebung. 

Wie genau funktioniert FinAssist.NRW?

Die KI-Plattform FinAssist.NRW ist ein Chatbot mit dahinterliegender Infrastruktur und unterstützt seit Juni 2026 in der Finanzverwaltung von Nordrhein-Westfalen vor allem bei allgemeinen und textbezogenen Verwaltungsaufgaben. 

Die Anwendung läuft im Browser und die Benutzeroberfläche folgt dem mittlerweile üblichen Aufbau aus zentralem Promptfenster und seitlicher Funktionsleiste mit Chatverlauf. 

Zu den Einsatzmöglichkeiten gehören unter anderem die Analyse und Zusammenfassung von Dokumenten, die Erstellung von Textentwürfen und die Strukturierung von E-Mail-Verläufen. Für den letzten Anwendungsfall kann eine E-Mail per Drag and Drop einfach in das Promptfenster der Anwendung gezogen werden. Der notwendige Prompt zum strukturierten Zusammenfassen des gesamten E-Mailverlaufs ist zudem in der verfügbaren Prompt-Bibliothek nur einen Klick entfernt.

Technisch setzt die Finanzverwaltung auf frei verfügbare Software, offene Standards und sogenannte Open-Weights-Sprachmodelle, deren grundlegende Modellparameter öffentlich zugänglich sind. Dabei werden keine Modelle aus Ländern eingesetzt, bei denen nach § 13 I Nr. 17 Sicherheitsüberprüfungsgesetz (SÜG) nach Feststellung des Bundesministeriums des Innern besondere Sicherheitsrisiken bestehen, also unter anderem keine Modelle aus China. Betrieben wird FinAssist.NRW im eigenen Rechenzentrum der Finanzverwaltung. 

Ein besonderer Fokus liegt somit auf dem Schutz sensibler Informationen. FinAssist.NRW kann personenbezogene  Daten, interne Informationen und Steuerdaten innerhalb der geschützten Umgebung der Finanzverwaltung verarbeiten. Die Daten verlassen weder die persönliche Arbeitsumgebung der jeweiligen Nutzerinnen und Nutzer noch das Rechenzentrum. Es gibt deswegen beispielsweise auch keine Websuche. Eingaben der Beschäftigten werden zudem selbstverständlich auch nicht zum weiteren Training der KI-Modelle verwendet.

Wer steht hinter FinAssist.NRW?

FinAssist.NRW ist die KI-Plattform der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen. Die Anwendung wird in einer behördenübergreifenden Einheit, dem KI-Cloud-Inkubator, erprobt und weiterentwickelt. Die Steuerung und Koordination erfolgt durch das im Ministerium verortete Referat VI 4 unter der Leitung von Dr. Robin Fink.

An wen richtet sich FinAssist.NRW?

FinAssist.NRW wird derzeit in den Finanzämtern Solingen, Oberhausen-Nord und Gütersloh unter realen Bedingungen getestet. Auch das Ministerium der Finanzen des Landes NRW ist in den Praxistest einbezogen. Die Erfahrungen der Beschäftigten fließen unmittelbar in die technische Weiterentwicklung und die schrittweise Ausweitung des Testbetriebs ein. Nach einer erfolgreichen Evaluation werden weitere Finanzämter und Behörden folgen. Im Ergebnis soll FinAssist.NRW sämtlichen 33.000 Beschäftigen der Finanzverwaltung NRW zur Verfügung gestellt werden.

Welche anderen KI-Einsätze gibt es dort?

Automationsgestützte Risikomanagementsysteme (RMS) sortieren in der Finanzverwaltung beispielsweise Steuererklärungen automatisch nach Risikostufen. Risikoreiche Fälle werden besonders intensiv, risikoärmere Fälle werden entsprechend weniger intensiv geprüft. In geeigneten risikoarmen Fällen werden Steuerbescheide ausschließlich automationsgestützt erlassen. 

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