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Citation Checker

Von Nico Kuhlmann,
In der aktuellen Ausgabe der Rubrik Tech & Tools wird der Citation Checker von LeReTo vorgestellt, ein Tool das Verweise auf Normen und Rechtsprechung auf Inkonsistenzen prüft.

Welches Problem löst der Citation Checker? 

Jeder dürfte in den letzten Monaten mindestens einmal von einem Fall gehört haben,in dem ein Anwalt (angeblich) einen Schriftsatz mit einer KI verfasst und vor dem Einreichen nicht (ordentlich)  kontrolliert haben soll.

Das Ergebnis? Ein mehr oder weniger überzeugend klingender Text, der voller Inbrunst auf vermeintlich relevante Normen oder angeblich einschlägige Rechtsprechung verweist, die es aber in Wahrheit gar nicht gibt.

Da große Sprachmodelle – vereinfacht gesagt – das wahrscheinlich nächste Wort berechnen, kann es nämlich sein, dass die KI Verweise auf Gesetze und Urteile errechnet, die wahrscheinlich sind und logisch klingen, aber in der Realität eben nicht existieren.

Der Franzose Damien Charlotin sammelt diese Fälle, wenn sie aufgeflogen sind, und veröffentlicht sie auf seiner Webseite (www.damiencharlotin.com/hallucinations). Für Deutschland sind derzeit sieben Fälle vermerkt. Absoluter Spitzenreiter in dieser weltweiten Datenbank sind mit gegenwärtig 730 Eintragungen die USA.

Wie genau funktioniert der Citation Checker?

Der Citation Checker ist frei verfügbar im Internet unter search.lereto.com/citationchecker und überprüft die Verweise

auf deutsche und österreichische Normen und Rechtsprechung auf Inkonsistenzen. 

Im Eingabe-Fenster des Tools können Texte mit juristischen Fundstellen per Copy-and-paste eingefügt werden. Die Analyse startet dann auf Knopfdruck. 

Im Ergebnis wird angezeigt, welche Verweise das Tool erkannt hat sowie ob der Verweis mit Vorsicht zu genießen ist (rot), keine Aussage getroffen werden kann (grau) oder alles plausibel aussieht (grün). 

Der Bericht enthält zudem eine ausführliche Tabelle, die die Verweise in die Bestandteile zerlegt und einzeln bewertet. Bei einer Gerichtsentscheidung kann es beispielsweise sein, dass ein existentes Aktenzeichen nicht zu dem angegebenen Datum der Entscheidung passt.

Das Tool greift im Hintergrund auf eine entsprechende Datenbank mit Vorschriften und Urteilen zu. Es überprüft (bisher) aber nicht, ob ein vorgetragener Inhalt tatsächlich in der angegebenen Norm oder der gerichtlichen Entscheidung zu finden ist, sondern nur, ob die Fundstelle existiert. Aber das Tool verlinkt soweit möglich zum Text der Norm oder der Entscheidung, so dass die inhaltliche Kontrolle direkt selbst durchgeführt werden kann.

Wer steht hinter dem Citation Checker?

Entwickelt und betrieben wir der Citation Checker von der LeReTo KG aus Wien. CEO und Co-Founder dieses Unternehmens ist Frau Dr. Veronika Haberler.

An wen richtet sich der Citation Checker?

Das Tool richtet sich an deutsche und österreichische Juristen, die eigene oder fremde Texte überprüfen wollen. 

Was kostet der Citation Checker?

Das Tool ist kostenlos. Künftig soll es auch eine kostenpflichtige API-Lösung geben. 

Gibt es vergleichbare Angebote?

Eine ähnliche Anwendung für Deutschland bietet lawlink an. Lawlink erkennt Zitate von Rechtsprechung, Normen,
Zeitschriften und Kommentaren und verknüpft diese automatisch mit juristischen Datenbanken. International vergleichbare Angebote sind Clearbrief oder CoCounsel. 

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