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Nico Kuhlmann | Jul 06, 2026
In dieser Ausgabe von Tech & Tools wird das Angebot von Justima vorgestellt, eine Anwendung um regulatorische Quellen automatisiert und gezielt zu überwachen.
Welches Problem löst Justima?

Viele Juristen stehen vor der Herausforderung, einen stetig wachsenden regulatorischen Tsunami bewältigen zu müssen. Täglich werden neue Gesetze, Gerichtsurteile und Behördenrichtlinien veröffentlicht, die über unzählige, stark fragmentierte Quellen verteilt sind. Um keine wichtigen Entwicklungen zu verpassen, müssen hochqualifizierte Juristen diese Informationsflut größtenteils manuell und zeitaufwendig nachverfolgen.
Diese ineffizienten Recherche- und Dokumentationsprozesse binden wertvolle Ressourcen, die den Compliance- und Legal-Teams für die eigentliche strategische Rechtsberatung und Wertschöpfung im Unternehmen fehlen. Gleichzeitig birgt diese fehleranfällige Handarbeit ein Haftungsrisiko, da entscheidende rechtliche Änderungen im stressigen Arbeitsalltag übersehen werden können. Kommt es zu rechtlichen Auseinandersetzungen oder behördlichen Prüfungen, lässt sich zudem nur sehr schwer und mit hohem bürokratischen Aufwand nachweisen, ob und wie bestimmte Rechtsänderungen intern geprüft wurden.
Wie genau funktioniert Justima?
Justima ist eine Legal Monitoring Anwendung, die dabei hilft, den Zeitaufwand für das manuelle Suchen und Bewerten von Gesetzesänderungen und anderen relevanten Entscheidungen zu minimieren.
Die Anwendung scannt täglich automatisch hunderte rechtliche und regulatorische Quellen. Dazu zählen Gesetzesblätter, Gerichtsentscheidungen, Fachpresse und Behörden-Updates, aber beispielsweise auch relevante Blogs.
Justima filtert diese Meldungen individuell auf Basis des jeweiligen Unternehmensprofils der Kunden. Dabei wird etwa das zu Beginn erstellte Unternehmensprofil regelmäßig überprüft. Hierzu wird die Webseite der Kunden automatisch kontrolliert, um gegebenenfalls Neuerungen in der Ausrichtung des Unternehmens berücksichtigen zu können.
Anstatt kompliziertes Amtsdeutsch oder hunderte Seiten starke PDFs lesen zu müssen, liefert Justima die für das Unternehmen relevante Änderung übersichtlich und in Klartext zusammengefasst in einem automatisierten Newsfeed. Daneben bietet die Software noch weitere Werkzeuge an, wie einen Dokumenten-Impact-Check, einen Ländervergleich und die Möglichkeit, mit dem Newsfeed zu chatten.
Wer steht hinter Justima?
Das Angebot wird von der gleichnamigen Justima GmbH aus Köln bereitgestellt. Vertretungsberechtigte Geschäftsführer sind Alexander Lilienbeck (CEO), Christian Braun (CTO) und Gereon Abendroth. Die GmbH ist eine Ausgründung der Kanzlei Osborne Clarke. Die Kanzlei war an der Entwicklung beteiligt und hält Anteile an der GmbH.
An wen richtet sich Justima?
Justima richtet sich an alle Compliance- und Legal Teams von Unternehmen, die ständig mehrere Quellen überwachen müssen. Eine Beschränkung auf bestimmte Branchen besteht nicht. Justima ist flexibel einsetzbar.
Was kostet Justima?
Aktuell werden drei verschiedene Pakete angeboten. Das Starter-Paket kostet 149 Euro pro Monat für einen Nutzer und ein Rechtsgebiet in einem Land. Das Professional-Paket für fünf Nutzer bekommt man für 479 Euro pro Monat; es enthält keine Begrenzung der Rechtsgebiete und der Länder. Für große Unternehmen und internationale Teams wird ein maßgeschneidertes Paket zu individuellen Preisen zusammengestellt.
Wer sind die Konkurrenten?
Ähnliche Angebote sind beispielsweise der digitale Rechtskataster von Eticor, der W&P The Legal Monitor oder der Regulatory Pilot von Elemate (RDi 2/2024, IX).