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Zulage für Sprengstoffsuche in Mazar-i-Sharif: Nicht ohne konkrete Gefahr

BVerwG
Eine Bun­des­wehr­sol­da­tin war in Af­gha­ni­stan bei der Kon­trol­le zi­vi­ler Fahr­zeu­ge, die auf den deut­schen Stütz­punkt woll­ten, auf Spreng­stoff ein­ge­setzt. Sie ver­lang­te eine Zu­la­ge, die das BVer­wG aber man­gels einer kon­kre­ten Ge­fahr durch eine Bombe ver­nein­te.

Nach § 11 Abs. 1 S. 1 u. 2 Erschwerniszulagenverordnung (EZulV) erhalten Soldaten mit erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zum Sprengstoffentschärfer eine Zulage in Höhe von 35,78 Euro für jeden Einsatz im unmittelbaren Gefahrenbereich. Diese sogenannte Erschwerniszulage forderte auch eine Soldatin, die von 2018 bis 2019 in Afghanistan in Mazar-i-Sharif als Kampfmittelabwehrfeldwebel arbeitete. Zu ihren Aufgaben gehörte es, unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen an zivilen Fahrzeugen aufzuspüren, die in das deutsche Camp einfahren wollten. Klage und Berufung blieben erfolglos. Das hielt die Berufssoldatin nicht davon ab, Nichtzulassungsbeschwerde einzulegen. Zum Sieg verhalf ihr auch das nicht.

Das BVerwG sah keinen konkreten Gefahrenverdacht, dass die von der Frau untersuchten Fahrzeuge Sprengkörper enthielten. Ein solcher aber sei für die Erschwerniszulage erforderlich. Eine "abstrakte Gefahrenlage" reiche ebenso wenig aus wie ein subjektives Bedrohungsgefühl der Soldatin (Beschluss vom 15.01.2025 – 2 B 36.24).

Dies ergebe sich bereits daraus, dass mit der Zulage vor allem die Belastung des Soldaten abgegolten werden soll, die entsteht, sobald er zur Prüfung, Entschärfung etc. von Sprengstoff tatsächlich eingesetzt werde. Die Erschwernis habe sich hier bei der Sprengstoffermittlerin aber gerade schon deshalb nicht konkretisiert, weil sie keinen möglicherweise explosionsgefährdeten Gegenstand habe sicherstellen, asservieren oder transportieren müssen (Beschluss vom 15.01.2025 - 2 B 36.24).

Mehr zum Thema

Aus der Datenbank beck-online

OVG Lüneburg, Erschwerniszulage für Sprengstoffentschärfer und Sprengstoffermittler, BeckRS 2024, 14106 (Vorinstanz)


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