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Die aktuelle Ausgabe | Oktober 2018

Ikone des Rechtsstaates

sven-rebehn

Liebe Leserinnen und Leser,

Ende November erhält der ehemalige kolumbianische Richter Iván Velásquez Gómez in Stockholm den Right Livelihood Award 2018, besser bekannt als Alternativer Nobelpreis. Die Jury verleiht ihm den Ehrenpreis für seine Arbeit gegen Korruption als Leiter der UN-Kommission gegen Straflosigkeit in Guatemala. Velásquez Gómez setzt dort das fort, was er über viele Jahre schon in Kolumbien getan hat: Mutig und nur dem Recht verpflichtet kämpft der ehemalige Richter gegen alle politischen Widerstände für den Rechtsstaat und die Menschenrechte. In Kolumbien führte seine Arbeit unter anderem zur Verurteilung von fast 50 ehemaligen Kongressmitgliedern wegen krimineller Verbindungen zu paramilitärischen Gruppen. Der Deutsche Richterbund hat ihn für sein herausragendes Engagement in Kolumbien 2012 mit dem Menschenrechtspreis des Verbandes ausgezeichnet. Mit dem Alternativen Nobelpreis findet nun auch seine beeindruckende Arbeit gegen kriminelle Netzwerke und Korruption in Guatemala die verdiente Anerkennung.

Die Ermittlungen seiner Kommission haben in Guatemala unter anderem zur Verhaftung des damaligen Staatspräsidenten Otto Pérez Molina und seiner Vizepräsidentin Roxana Baldetti Elías geführt. Seitdem Velásquez Gómez auch den aktuellen Staatspräsidenten Jimmy Morales Cabrera wegen illegaler Wahlkampffinanzierung in den Blick genommen hat, versucht die Staatsführung zunehmend, die Arbeit der UN-Ermittler zu behindern. Morales Cabrera hat angekündigt, das im nächsten Jahr auslaufende Mandat der Kommission gegen Straflosigkeit nicht verlängern zu wollen. Velásquez Gómez wurde zuletzt die Einreise verweigert. Unser Autor Knut Henkel hat das Land in Zentralamerika  besucht, um sich ein eigenes Bild zu machen. Sein dicht geschriebener Beitrag macht deutlich, wie prekär die Lage des Rechtsstaates in Guatemala ist und wie wichtig die Arbeit der Velásquez-Kommission für die Menschen in dem von Korruption gebeutelten Land bleibt.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Sven Rebehn,
Chefredakteur

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