BC-Leserfragen-Treff: Leserfragen 2011


 

Thema: Bilanzieller Ausweis von Arbeitnehmerdarlehen

Leserfrage:

Bisher wurden die unverzinslichen Darlehen an Arbeitnehmer (langfristig) mit dem Auszahlungsbetrag unter den Ausleihungen ausgewiesen. Dies war auch laut maßgebender Bilanzkommentare zulässig. Zwischenzeitlich wurden die entsprechenden Passagen in der Literatur neu gefasst. Diesbezüglich stellen sich mir folgende Fragen:

  • Ist es richtig, dass nun die Darlehen an Arbeitnehmer mit dem Auszahlungsbetrag als Anschaffungskosten aktiviert werden und der Unterschiedsbetrag zum Barwert als außerplanmäßige Abschreibung angegeben werden muss?
  • Sind die jährlichen Zuführungen als Zuschreibungen zu behandeln?
  • Mit welchem Zinssatz sind die Barwerte jeweils zu bewerten?
  • Müssen Altfälle neu bewertet werden?
  • Ist das eine Bewertungsänderung nach BilMoG?
  • Wie ist der Unterschiedsbetrag zum 1.1.2010 zu behandeln?

 

Antwort:

Es ist richtig, dass bei unverzinslichen Darlehen regelmäßig der Barwert des Auszahlungsbetrags als Anschaffungskosten anzusetzen ist. Würde kein Ansatz zum Barwert erfolgen, hätte dies eine Überbewertung des Darlehens zur Folge. Die Abzinsung erfolgt z.B. auf der Basis des landesüblichen Zinsfußes/marktüblicher Zinssatz für festverzinsliche Wertpapiere mit entsprechender Laufzeit (vgl. Ellrott/Roscher, in: Beck´scher Bilanz-Kommentar, 7. Aufl. 2010, § 253 Rn. 592). Hinsichtlich des Zinssatzes kann in der Praxis auf die Zinssätze der Deutschen Bundesbank im Zusammenhang mit § 253 HGB zurückgegriffen werden.

Eine Abzinsung kann aus Vereinfachungsgründen nur unterbleiben, sofern es sich um eine kurzfristig fällige Forderung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr handelt oder aus Gründen der Unwesentlichkeit.

 

Weitere Bilanzierungshinweise, u.a. zum Ausweis des Unterschiedsbetrags und zur Erfassung von späteren Zuschreibungen gibt Dr. Christian Zwirner (Wirtschaftsprüfer, Steuerberater) in BC 6/2011, S. 268 f.

Haben Sie Fragen an unsere Experten?

 

Zum Leserfragen-Treff mit allen Leserfragen: hier