BC-Leserfragen-Treff: Leserfragen 2011


 

 

Thema: Behandlung vordatierter Schecks im Rechnungswesen

Leserfrage:

Seit einiger Zeit nehmen bei uns Scheckzahlungen wieder zu. Entsprechend dem deutschen Scheckrecht habe ich bisher alle Schecks unverzüglich bei unserer Hausbank eingereicht. Hierdurch entstanden mit einigen Kunden Unstimmigkeiten, da diese Schecks vordatierten. Aus diesem Grund hat unsere Geschäftsleitung bestimmt, dass vordatierte Schecks erst am „Ausstellungstag“ bei der Hausbank einzureichen sind. Hierzu folgende Fragen:

  • Wie ist ein vordatierter Scheck nach HGB und IAS zu bilanzieren?
  • Wann kann die Forderung ausgebucht bzw. eine auf diese Forderung gebildete Wertberichtigung aufgelöst werden?
  • Wie ist unsere Rechtsstellung im Vergleich zu einer normalen Forderung, wenn während der Lagerung eines vordatierten Schecks ein Insolvenzverfahren über den Aussteller eröffnet wird?

 

Antwort:

Nach HGB und IFRS gibt es keine Regeln zur buchmäßigen Erfassung von Schecks. Es handelt sich um ein Problem der Buchhaltungsorganisation, wozu der Gesetzgeber bzw. der Standardsetter keine Regeln aufstellt. Vielmehr ist dies ein Thema der internen Organisation.

Erst recht gibt es keine Regeln für die Behandlung von vordatierten Schecks. Hier gilt nur das deutsche Scheckgesetz, wonach die Vordatierung ohne Wirkung ist. Nach der Vorgabe der Geschäftsleitung müssen die Schecks bis zum „Ausstellungstag“ verwahrt werden. Wenn es sich nur um einige wenige handelt, genügt eine geordnete Ablage. Bei einer Vielzahl von Scheckzahlungen kann ein Zwischenkonto eingerichtet werden, in dem wie folgt gebucht wird:

 

per Scheck

an

Debitor

 

und bei Einlösung des Schecks:

 

per Bank

an

Scheck

 

Bezüglich der Rechtsstellung spielt es keine Rolle, ob im Insolvenzfall schon ein Scheck vorliegt, sei er vordatiert oder nicht, die Forderung bleibt jedenfalls eine „normale“ Insolvenzforderung.

 

 

Weitere Praxishinweise zur Anlage von Zwischen- bzw. Unterkonten, zur Ausbuchung sowie zur Rechtsstellung geben Prof. Dr. Wolf-Dieter Hoffmann (Wirtschaftsprüfer, Steuerberater) und Heike Heger (Leiterin Inkasso der Heidelberger Wirtschafts- und Arbeitsrechtskanzlei EDK Eckert, Klette & Kollegen) in BC 6/2011, S. 269 f.

 

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