BC-Leserfragen-Treff: Leserfragen 2010


Thema: Pensionsrückstellungen nach BilMoG: Handlungsanleitung für die künftige Zuführung und Bewertung

Leserfrage:

Um gleich auf den Punkt zu kommen: Mir geht es um die Behandlung der Pensionsrückstellung. Bislang haben wir immer ein finanzmathematisches Gutachten zur Errechnung der Pensionsrückstellung für unseren Geschäftsführer erhalten, das den steuerrechtlichen Vorschriften entsprach. Aus diesem ging sowohl der Zuführungsbetrag als auch der damit erreichte Rückstellungsbetrag zum Bilanzstichtag hervor. Buchhalterisch also kein Problem.

Wie aber sieht es demnächst aus?

  • Brauche ich nun ein solches Gutachten / eine solche Berechnung mit „BilMoG-Abzinsung“ schon zum 1.1.2010, oder reicht mir eines zum 31.12.2010?
  • Buche ich dann die steuerrechtliche Zuführung unter dem Personalaufwand (Altersvorsorgeaufwendungen) und die Differenz zum BilMoG-Wert unter den „außerordentlichen Aufwendungen“?
  • Beziehen sich die 15 Jahre, auf welche die Zuführung verteilt werden kann, auf diesen Unterschiedsbetrag zwischen BilMoG und EStG?

Erste Antwort-Hinweise:

Zum 1.1.2010 ist der neue, allein handelsrechtliche Wertansatz der Pensionsrückstellungen unter Zugrundelegung der neuen Regelungen durch das BilMoG zu ermitteln. Dieser Wertansatz dürfte regelmäßig über dem mit 6% abgezinsten § 6a-EStG-Wert liegen.

Die Differenz zwischen dem zum 31.12.2009 ermittelten und dem zum 1.1.2010 ermittelten Wert stellt den BilMoG-Anpassungsbetrag dar, der dann über bis zu 15 Jahre, aber mindestens zu 1/15 je Jahr, zuzuführen ist.

Die Zuführung des Anpassungsbetrags ist als außerordentlicher Aufwand zu buchen (Art. 67 Abs. 7 EGHGB). Dies gilt unabhängig davon, ob der Betrag in einer Summe oder anteilig über den Zeitraum von bis zu 15 Jahren zugeführt wird.

Zum 31.12.2010 (und in Zukunft zu jedem Bilanzstichtag) sind zwei getrennte Gutachten oder ein Gutachten mit der entsprechenden Darstellung der beiden Werte getrennt für den steuerlichen Wertansatz (nach § 6a EStG) und den handelsrechtlichen Wertansatz (nach BilMoG) zu erstellen.

Weitere Erläuterungen (u.a. zur erfolgswirksamen Erfassung des periodischen Zuführungsbetrags) sowie ein Anwendungsbeispiel zur Anpassung der Pensionsrückstellungen zum 1.1.2010 gibt Dr. Christian Zwirner in Heft 3/2010, S. 98 f.

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