BC-Leserfragen-Treff: Leserfragen 2010


Thema: Erfassung und Bewertung von gebraucht erworbenen Anlagegütern

Leserfrage:

Das Unternehmen hat aus einem Insolvenzverfahren ca. 1.500 Stück verschiedene Anlagegüter zu einem pauschalen Kaufpreis von 3,3 Mio. € erworben, angefangen von Stühlen über PCs, Tische, Regale bis zu hochwertigen Maschinenstraßen. Der Erwerb war im Dezember 2008.

Wie sollen die Anlagegüter bilanziert und im Anlagenverzeichnis aufgenommen werden:

  • Pauschal als ein Wirtschaftsgut?
  • Ist der Wert anteilig auf die größten Posten zu verteilen?
  • Sind kleine Posten, die eventuell bereits in dem insolventen Unternehmen abgeschrieben worden sind, gar nicht erst als Anlagegut aufzunehmen?
  • Wie sollen die Restlaufzeiten festgelegt werden?
  • Da das Unternehmen in den neuen Bundesländern liegt: Sind hier noch Sonderabschreibungen zu berücksichtigen?
  • Ist lediglich ein linearer AfA-Satz anzuwenden?
  • Alle Anlagegüter wurden durch Bildaufnahmen und Auflistung festgehalten und müssen bei endgültiger Übergabe vorliegen.

Wie wird so ein Sachverhalt durch das Finanzamt bewertet?

Erste Antwort-Hinweise:

Der Gesamtkaufpreis ist auf die erworbenen Vermögensgegenstände nach dem Verhältnis der Verkehrswerte (handelsrechtlich) oder der Teilwerte (steuerlich) aufzuteilen. Beide Wertmaßstäbe entsprechen sich zumindest in der praktischen Handhabung. Nach dem Lehrbuch ist somit jeder erworbene Gegenstand einzeln (§ 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB) zu bewerten. Es empfiehlt sich, wie folgt vorzugehen:

1. Schritt: Bewertung hochwertiger Anlagegüter

2. Schritt: Ermittlung/Bewertung von Kleingegenständen

Die Abschreibungsdauer bei den gebrauchten Gegenständen ist ebenfalls durch Schätzung festzulegen, sofern nicht durch Schilder (z.B. mit den Maschinendaten) das Baujahr ermittelt werden kann (Ausnahme GWG und Poolabschreibung).

Ausführliche Erläuterungen (insbesondere mit pragmatischen Tipps zur Bewältigung dieser Aufgabe) von Prof. Dr. Wolf-Dieter Hoffmann und Uwe Jüttner in Heft 3/2010, S. 94 f.

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