Leserfragen-Treff: Leserfragen 2009


Thema: Einzug der Forderungen durch ein externes Inkassounternehmen

Leserfrage:

Unsere Firma lässt von einem externen Inkassodienst die Forderungsbestände monatlich einziehen. Meine Frage wäre nun: Sind die auf der Abrechnung gestellten Honorare und die Erfolgsprovisionen des Inkassodienstes umsatzsteuerpflichtig, weil ein Dienstleistungsvertrag vorliegt? Oder richtet sich das Ganze nur nach dem § 15 UStG, weil wir als Unternehmen zum Vorsteuerabzug berechtigt sind? Was ist hierbei die Grundlage?

Erste Antwort-Hinweise:

Sofern der Einzug einer Forderung durch einen Dritten im fremden Namen und für fremde Rechnung erfolgt, liegt ein Inkasso vor. Das Inkassounternehmen handelt hierbei als Unternehmer: Es erbringt an das beauftragende Unternehmen sonstige Leistungen, die in der Einziehung der Forderungen dieses Unternehmens bestehen. Diese sonstigen Leistungen sind im § 3a Abs. 4 Nr. 6a UStG aufgeführt; denn es handelt sich um Umsätze aus dem Geschäft mit Forderungen (nach § 4 Nr. 8c UStG), welche der Umsatzsteuerpflicht unterliegen.

Das beauftragende Unternehmen kann die Vorsteuern (nach § 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG) aus dem vereinbarten Honorar, das an das Inkassounternehmen für die Übernahme des Forderungseinzugs zu zahlen ist, geltend machen. Voraussetzung: Die jeweilige Leistung wurde an das Unternehmen ausgeführt, und es liegt eine ordnungsgemäße Rechnung vor.

Ausführliche Erläuterungen (mit weiteren Hinweisen zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Erfolgsprovisionen, bei der Einbehaltung von Mahngebühren durch das Inkassounternehmen sowie bei Forderungsausfall) von Dipl.-Finanzw. Hans Jürgen Bathe in Heft 10/2009, S. 473 f.

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