Leserfragen-Treff: Leserfragen 2009


Thema: Anschaffungszeitpunkt beweglicher Wirtschaftsgüter

Leserfrage:

Scheinbar einfach, aber immer wieder wird man verunsichert. – Für den Zeitpunkt der Anschaffung von Anlagegütern (wichtig gerade zum Jahreswechsel) gibt es mehrere Grundsätze:

  • Übergang Nutzen und Lasten (z.B. Zahlung bei Grundstücken),
  • wirtschaftlicher Eigentümer,
  • Übergang Gefahrtragung,
  • Lieferung,
  • Betriebsbereitschaft,
  • wirtschaftliche Zweckbestimmung.

Selbstverständlich ist hier zu unterscheiden zwischen Grundstücken, Maschinen mit Montage (Fundament, Abnahme) und z.B. Pkw. Gerade beim Pkw gibt es jedoch unterschiedliche Auffassungen.

 

Auftretende Fragen:

  • Ein Pkw steht auf dem Hof des Unternehmers ohne Zulassung – Fahren auf dem Hof möglich, aber nicht nach wirtschaftlicher Zweckbestimmung: Weshalb ist die Zulassung ein Kriterium und nicht die abgeschlossene Haftpflichtversicherung, die ebenso Pflicht ist?
  • Ein Pkw steht neu geliefert auf dem Hof des Unternehmens mit Zulassung, bezahlt, „wirtschaftlicher Eigentümer“, aber technisch nicht fahrbar, weil ein Steuerteil fehlt, d.h. Kilometer-Stand des Neufahrzeugs: 0,00.

Könnten Sie diesen Problemfall entwirren – am besten als Tabelle Grundstück/beweglich mit und ohne Montage (Beispiel Pkw, da hier rechtliche Vorschriften zu beachten sind).

„Sahnehäubchen“ wäre natürlich eine Ergänzung um Bestandteile der Anschaffungskosten auch z.B. im Vergleich mit Listenpreis 1%-Regel (mit bzw. ohne Winterräder, Überführung etc.).

Erste Antwort-Hinweise:

Der Anschaffungszeitpunkt für Vermögensgegenstände im Anlage- oder Umlaufvermögen richtet sich nach dem Übergang des wirtschaftlichen Eigentums. Unerheblich ist das rechtliche Eigentum oder die Bezahlung oder die Betriebsbereitschaft oder die beabsichtigte Verwendung (Zweckbestimmung). Das gilt einheitlich für alle Vermögensgegenstände.

Wirtschaftliches Eigentum geht mit Übergang von Nutzen und Lasten oder – häufig identisch – Chancen und Risiken über. Auf die tatsächliche Nutzung kommt es nicht an.

Ein Sonderfall liegt allerdings bei der Montage vor.

Bei nachträglich beschafften Winterreifen wird u.a. auf die Nutzungsfähigkeit des Pkw durch die bereits vorhandenen Sommerreifen verwiesen.

Ausführliche Erläuterungen (zu Übergang wirtschaftlichen Eigentums, Sonderfall Montage, nachträglich beschafften Winterreifen und der lohnsteuerlichen Bruttolistenpreisregelung bei Firmenwagen) von WP/StB Prof. Dr. Wolf-Dieter Hoffmann in Heft 3/2009, S. 134 f.

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