Leserfragen-Treff: Leserfragen 2008


Thema: Geldwerter Vorteil zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte bei Firmenwagengestellung

Leserfrage: Sowohl im BC-Newsletter für Juli 2008 als auch in der BC-Juli-Ausgabe 2008 (S. VI ff.) wurde auf die neue BFH-Rechtsprechung hingewiesen, wonach die Ermittlung des geldwerten Vorteils für die Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte in den Fällen der Firmenwagengestellung von der tatsächlichen Nutzung des Fahrzeugs abhängig sein soll (sog. Park-and-ride-Fall und sog. Außendienstmitarbeiter-Fall).

 

Frage zum sog. Außendienstmitarbeiter-Fall:

Wie ist der geldwerte Vorteil zu berechnen, wenn der Mitarbeiter pro Tag nur eine Rückfahrt bzw. Hinfahrt zu seiner regelmäßigen Arbeitsstätte hat?

Beispiel:

  • Er fährt von seiner Wohnung zum Kunden,
  • anschließend vom Kunden zu seiner regelmäßigen Arbeitsstätte und
  • abends von seiner regelmäßigen Arbeitsstätte aus zu seiner Wohnung.

Fragen:

  • Ist hier eine Fahrt mit 0,002% des Bruttolistenpreises mal einfache Entfernungskilometer zu berechnen, oder handelt es sich insgesamt um eine Auswärtstätigkeit ohne geldwerten Vorteil?
  • Sind bei einem ganztägigen Aufenthalt im Betrieb (= regelmäßige Arbeitsstätte) zwei Fahrten anzusetzen, oder ist mit der Berechnung 0,002% des Bruttolistenpreises mal einfache Entfernungskilometer beides abgedeckt?

Erste Antwort-Hinweise:

Der Ansatz eines geldwerten Vorteils ist dem Grunde nach unstreitig, da bei dem geschilderten Sachverhalt zumindest einmal am Tag eine Fahrt zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte (= Hinfahrt) oder zwischen regelmäßiger Arbeitsstätte und Wohnung (= Rückfahrt) stattfindet. Fraglich ist allenfalls, in welcher Höhe ein geldwerter Vorteil anzusetzen ist.

  • Der Grundsatz lautet mit Blick auf den Anscheinsbeweis: Ermittlung des geldwerten Vorteils für Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte mit monatlich 0,03% des Bruttolistenpreises für die gesamten Entfernungskilometer (Hin- und Rückfahrt, d.h. einfache Entfernung - nicht die gesamten gefahrenen Kilometer).
  • Sollte eine Entkräftung des Anscheinsbeweises gelingen, wäre – wie im Außendienstmitarbeiter-Fall – nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs eine Einzelbewertung mit 0,002% des Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer vorzunehmen.

Ausführliche Erläuterungen (zu Entkräftung des Anscheinsbeweises und Park-and-ride-Fall) von einem freien Mitarbeiter des BC-Experten-Teamsin BC 10/2008, S. 278 f.

 

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