Leserfragen-Treff: Leserfragen 2008


Thema: Ausweis des GWG-Sammelpostens („Pool“)

Leserfrage: Laut den Ausführungen von Wirtschaftsprüfer Vogl (in BC 11/2007, S. 301 ff.) sei ein gesonderter Posten innerhalb der Sachanlagen zu führen. Allerdings müssen die Sachanlagen (gemäß § 266 Abs. 2 HGB) tiefer untergliedert werden.

Meine diesbezügliche – noch unbeantwortete – Anfrage an unser Landesfinanzministerium lautete:

„Bisher werden GWG in der Handelsbilanz sowohl im Bereich der technischen Anlagen (§ 266 Abs. 2 Ziff. A, II Nr. 2 HGB) als auch im Bereich der Betriebs- und Geschäftsausstattung (§ 266 Abs. 2 Ziff. A, II Nr. 3 HGB) ausgewiesen. Unter welcher Bilanzposition ist der zu bildende jahresbezogene GWG-Sammelposten zukünftig auszuweisen?

Diese Frage ist nicht zuletzt mit Blick auf die Erstellung einer steuerrechtlich und handelsrechtlich korrekten Einheitsbilanz von Bedeutung. Und sie berührt zusätzlich den Regelungsbereich der Verwaltungsvorschrift des Finanzministeriums zur Einführung einer Anlagenbuchhaltung in der Landesverwaltung Baden-Württemberg (VwV Einführung Anlagenbuchhaltung vom 13. März 2002, Az.: 2-0461.2/1), die wir als Landeseinrichtung ebenfalls beachten müssen.“

Außerdem verstößt der Sammelposten gegen § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB: Denn in einem SAP-Dokument wird darauf hingewiesen, die zwingende Sammelpostenbildung stehe im Widerspruch zum handelsrechtlichen Grundsatz der Einzelbewertung.

Erster Antwort-Hinweis: Nach Auskunft insbesondere des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IdW) ist eine solche Aufteilung des jahresbezogenen Sammelpostens (für abnutzbare, bewegliche und selbstständig nutz- und bewertbare Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen € 150,01 und € 1.000,00) nicht erforderlich.

Ausführliche Erläuterungen (Begründung sowie Hinweise zur Zulässigkeit in der Handelsbilanz) von Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Andreas Vogl in BC 1/2008, S. 16 f.

 

Zum Leserfragen-Treff mit allen Leserfragen: hier