Leserfragen-Treff: Leserfragen 2008


Thema: Über-/Doppelzahlungen von Kunden: Umsatzsteuerliche versus bilanzielle Behandlung

Leserfrage: Bei dem BFH-Urteil (vom 19.7.2007, V R 11/05) geht es um die umsatzsteuerliche Auswirkung von Über- oder Doppelzahlungen, die – zumindest nach meinem Kenntnisstand – bislang als erfolgs(umsatzsteuer)neutrale Verbindlichkeit auszuweisen sind bzw. erst im Jahr der Ausbuchung als – dann umsatzsteuerpflichtiger – Ertrag zu vereinnahmen sind.

Der BFH erwartet jedoch offensichtlich bereits im Jahr des Eingangs dieser Überzahlungen (im Gegensatz zu Fehlzahlungen!) eine Abführung der Umsatzsteuer, bei späterer Rückzahlung dann eine entsprechende Umsatzsteuer-Korrektur.

Entsteht durch diese BFH-Entscheidung nicht (wieder einmal) ein Konflikt zwischen Handels- und Steuerrecht?

Erster Antwort-Hinweis: Tatsächlich ist die Überzahlung handels- und steuerbilanziell als Verbindlichkeit auszuweisen, bis sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr beglichen werden muss. Die bilanzielle Behandlung ist indes nicht vorgreiflich für die Umsatzsteuer. Beide Steuersysteme gehen ihren eigenen Regeln nach – es gibt keine irgendwie geartete „Maßgeblichkeit“ der Steuerbilanz für die Umsatzsteuer.

Ausführliche Erläuterungen (mit Darstellung des Sachverhalts, Buchungssätzen und Bewertung) von Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Prof. Dr. Wolf-Dieter Hoffmann in BC 2/2008, S. 50 f.

 

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