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Bilanzierung von Ansprüchen auf Corona-Finanzhilfen

 

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat Stellung zu der Frage genommen, wann und wie Ansprüche auf Corona-Finanzhilfen, die sich auf Förderzeiträume vor dem 1.1.2021 beziehen (sog. November- und Dezemberhilfen, Überbrückungshilfen I und II; teilweise III), im handelsrechtlichen Abschluss bzw. im IFRS-Abschluss zum 31.12.2020 zu bilanzieren sind (vgl. ausführlich Zwirner/Vodermeier/Krauß, BC 2021, 169 ff., Heft 4).


 

Praxis-Info!

 

 

Aktivierungszeitpunkt

Die oben genannten Unterstützungsleistungen der öffentlichen Hand sind nicht rückzahlbare Zuwendungen, die handelsrechtlich gemäß IDW St/HFA 1/1984 zu bilanzieren sind und auf deren Gewährung dem Antragsteller kein Rechtsanspruch zusteht. Damit stellen die Zuwendungen vielmehr Billigkeitsleistungen dar, deren Höhe auf die dafür zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel begrenzt ist.

Voraussetzung für die Aktivierung eines Anspruchs auf die Gewährung einer Billigkeitsleistung in einem handelsrechtlichen Abschluss auf den 31.12.2020 ist

Ist die Bewilligung der Leistungen aufgrund besonderer Umstände bereits vor dem Zeitpunkt des Vorliegens eines Bewilligungsbescheids so gut wie sicher, kann der Zeitpunkt der Bilanzierung des Anspruchs im handelsrechtlichen Abschluss nach den Grundsätzen für Zuwendungen bestimmt werden, auf die ein Rechtsanspruch besteht.

Diese besonderen Umstände liegen vor, wenn

Das bedeutet für die aktuelle Pandemie-Lage:

 

 

Bilanzierung von Abschlagszahlungen

Wegen der Gewährung einer Abschlagszahlung (ohne Bewilligungsbescheid in mindestens gleicher Höhe) kann nicht automatisch geschlussfolgert werden, dass die sachlichen Voraussetzungen für die Corona-Finanzhilfe zum Abschlussstichtag erfüllt waren. Ist zum Abschlussstichtag keine ausreichend hohe Sicherheit bezüglich der Antragsvoraussetzungen und des späteren Rechtsanspruchs gegeben, sind die zugeflossenen Abschlagszahlungen als Schuld zu passivieren („sonstige Verbindlichkeiten“).

 

 

GuV-Ausweis

Vereinnahmte Corona-Finanzhilfen sind grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen auszuweisen. Da im Gegenzug für den Empfang der Corona-Finanzhilfen keine Gegenleistung erbracht wird, können die Erträge gemäß § 277 Abs. 1 HGB nicht als Umsatzerlöse ausgewiesen werden.

 

 

Bilanzierung im IFRS-Abschluss

Die Bilanzierung von Zuwendungen der öffentlichen Hand richtet sich nach IAS 20. Bezüglich der bilanziellen Behandlung der Corona-Finanzhilfen nach IFRS liegen keine wesentlichen Abweichungen zu den bereits oben ausgeführten handelsrechtlichen Grundsätzen vor. Für eine tiefergehende Ausführung zur Bilanzierung von Corona-Finanzhilfen nach IFRS verweisen wir auf die Publikation Zwirner/Boecker, IRZ 2021, 204–207, Heft 5 (Zeitschrift für Internationale Rechnungslegung).

 

 

Beispiel:

  • Stichtag: 31.3.2021
  • Antragstellung: 7.4.2021
  • Bescheid (bewilligt wie beantragt): 4.5.2021
  • Prüfungsbeginn: 17.5.2021 (Erstellung bis 14.5.2021)
  • Überbrückungshilfe III von € 3 Mio. (für Zeitraum vor März 2021 anteilig).

Die Überbrückungshilfe III konnte unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte aktiviert werden.

 

WP/StB Kai Peter Künkele, Dr. Kleeberg & Partner GmbH WPG StBG, München (www.kleeberg.de)

WP Sanja Mitrovic, Dr. Kleeberg & Partner GmbH WPG StBG, München

 

 

BC 7/2021

 

 



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