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Corona-Krise: Steuerfreie Arbeitgeberzahlungen bis 1.500 € an Arbeitnehmer

BMF-Schreiben vom 9.4.2020, IV C 5 – S 2342/20/10009 :001; DOK: 2020/0337215

 

Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern in der Zeit vom 1.3.2020 bis 31.12.2020 aufgrund der Corona-Krise Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 € (= Freibetrag, keine Freigrenze) in Form von Zuschüssen und Sachbezügen steuer- und beitragsfrei gewähren. Rechtsgrundlage für die Steuerfreiheit ist § 3 Nr. 11 EStG. Die die Steuerfreiheit gegebenenfalls einschränkenden Voraussetzungen in LStR 3.11 Abs. 2 S. 2 Nrn. 1 bis 3 sind nicht zu beachten. Die steuerfreien Arbeitgeberleistungen sind im Lohnkonto des jeweiligen Arbeitnehmers aufzuzeichnen.


 

 

Abb.: Steuerfreie Arbeitgeberzahlungen bis 1.500 € an Arbeitnehmer

 

 

Praxis-Info!

 

 

Beispiel:

Der Arbeitgeber zahlt allen Arbeitnehmern – auch der Geschäftsleitung – wegen der Corona-Krise eine Beihilfe von 1.500 €.

 

Behandlung:

Die Beihilfe ist bei allen Arbeitnehmern steuerfrei. Aufgrund der gesamtgesellschaftlichen Betroffenheit durch die Corona-Krise wird unterstellt, dass ein die Beihilfe rechtfertigender Anlass im Sinne der Lohnsteuer-Richtlinien vorliegt. Somit gilt die Steuerfreiheit auch für die Arbeitnehmer der Geschäftsleitung.

 

 

 

 

 

Beispiel:

Der Arbeitnehmer leistet aufgrund der Corona-Krise 75 Überstunden. Nach der seit Jahren bestehenden Betriebsvereinbarung sind Überstunden mit 20 € je Stunde zu vergüten. Im Mai 2020 werden dem Arbeitnehmer 1.500 € (75 Stunden à 20 €) ausgezahlt.

 

Behandlung:

Der Betrag von 1.500 € ist nicht steuer- und sozialversicherungsfrei, da es sich um „ohnehin geschuldeten Arbeitslohn“ handelt und damit die Zusätzlichkeitsvoraussetzung nicht erfüllt ist.

 

 

 

 

Beispiel:

Die Arbeitnehmer eines Supermarkts erhalten im Mai 2020 einen Einkaufsgutschein von 500 € und aufgrund ihres Arbeitseinsatzes wegen der Corona-Krise eine zusätzliche Sonderprämie von 1.500 €.

 

Behandlung:

  • Der Einkaufsgutschein von 500 € ist wegen des Rabattfreibetrags von 1.080 € steuer- und sozialversicherungsfrei.
  • Auch die Sonderprämie von 1.500 € ist als Beihilfe oder Unterstützungsleistung steuer- und sozialversicherungsfrei.

 

 

 

 

Beispiel:

Der Arbeitgeber eines Unternehmens in Kurzarbeit zahlt seinen Arbeitnehmern neben dem Kurzarbeitergeld von 60% bzw. 67% einen Zuschuss bis zur Höhe von 90% des Nettoentgelts vor Kurzarbeit.

 

Behandlung:

Der Zuschuss des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld ist steuerpflichtig. Sozialversicherungsrechtlich ist die Sondervorschrift in § 1 Abs. 1 S. 1 Nr. 8 SvEV zu beachten.

 

 

 

 

Beispiel:

Das monatliche Arbeitsentgelt eines Arbeitnehmers ohne Kinder beträgt 10.000 €. Das Kurzarbeitergeld beträgt 60% des sog. pauschalierten Nettoentgelts von 6.900 € (= Beitragsbemessungsgrenze). Der Arbeitgeber zahlt einen Ausgleich von 60% des pauschalierten Nettoentgelts von 3.100 € (10.000 € abzüglich 6.900 €). Anders ausgedrückt: Er berechnet für 3.100 € noch einmal Kurzarbeitergeld, das er nicht von der Bundesagentur erstattet bekommt.

 

Behandlung:

Diese Ausgleichszahlung des Arbeitgebers ist steuerpflichtig.

 

 

Mitarbeiter der BC-Redaktion

 

 

BC 5/2020



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