OLG Karlsruhe

Tod einer Artistin aus dem Europa-Park kommt doch vor Gericht


Das OLG Karlsruhe hat entschieden, dass sich der vormalige Partner einer am 18.5.2019 bei Rust tot im Altrhein aufgefundenen 33-jährigen ukrainischen Artistin aus dem Europa-Park Rust wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Tötung vor Gericht verantworten muss.

 

Zum Sachverhalt

Das LG Freiburg hatte das Verfahren gegen der Ex-Freund der Frau wegen des Vorwurfs auf Totschlag abgelehnt und den Haftbefehl gegen den 30-jährigen Angeklagten aufgehoben.

Die Entscheidung des OLG Karlsruhe

Das OLG Karlsruhe hat der sofortigen Beschwerde der Staatsanwaltschaft und der als Nebenkläger auftretenden Eltern der Toten gegen den Beschluss des Landgerichts stattgegeben. Die Obduktion des bereits teilweise verwesten Leichnams konnte zwar die genaue Todesursache nicht klären, legt aber ein Fremdverschulden nahe. Viele Indizien, vor allem Spuren in einem Trailer im Europa-Park und am Leichnam sowie Beobachtungen von Zeugen, sprechen dafür, dass der Angeklagte die Herbeiführung des Todes schuldhaft verursacht und die Leiche verpackt und in den Altrhein gebracht hat. Da die umfangreichen Ermittlungen tragfähige Anhaltspunkte für ein zum Tod führendes Unfallgeschehen nicht ergeben haben, zwingt der danach verbleibende Verdacht einer vorsätzlichen Tötung durch den 31 Jahre alten Angeklagten zu einer Klärung des Vorwurfs in einer Hauptverhandlung vor dem dafür zuständigen Landgericht Freiburg.

Der Verdachtsgrad reicht hingegen nicht aus, um die erneute Verhaftung des Angeklagten anzuordnen. Der Angeklagte bleibt deshalb auf freiem Fuß.

OLG Karlsruhe, Beschl. v. 11.2.2020 – 2 Ws 452/19


Pressemitteilung des OLG Karlsruhe Nr. 6 v. 12.2.2020