OLG Zweibrücken

Brandruine (Voodoo-Club) in Landau – Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde


Der Rechtsstreit um die Landauer Voodoo-Braundruine ist rechtskräftig abgeschlossen. Der BGH hat die Nichtzulassungsbeschwerde der Grundstückseigentümer mit Beschluss vom 27.6.2019 zurückgewiesen.

 

Zum Sachverhalt

Die Kläger sind Miteigentümer eines Grundstücks in Landau, dass sie im Jahr 2012 an die Beklagte verkauft haben, die treuhänderisch für die Stadt Landau handelt. Für die Beklagte wurde eine Vormerkung im Grundbuch eingetragen, rund 10% des Kaufpreises sind bereits gezahlt worden. Vor der vollständigen Übergabe des Grundstücks wurde das auf dem Grundstück errichtete, gewerblich genutzte Gebäude durch einen Brand – ohne ein Verschulden der Parteien – vollständig zerstört; die Kläger haben von ihrer Versicherung deshalb eine namhafte Entschädigung erhalten. Die Parteien streiten über die weitere Abwicklung des Kaufvertrages. Die Beklagte ist lediglich zur Zahlung des Kaufpreises unter Abzug des Brandschadens bereit, die Kläger begehrten zunächst die vollständige Zahlung des seinerzeit vereinbarten Kaufpreises, nunmehr verlangen sie die Rückabwicklung des Vertrages. Das LG Landau in der Pfalz (4 O 95/17) hat die Ansprüche der Kläger zurückgewiesen und diese auf die Widerklage der Beklagen hin zur Erfüllung des seinerzeit geschlossenen Kaufvertrags verpflichtet. Gegen dieses Urteil haben die Kläger Berufung zum OLG Zweibrücken erhoben.

Die Entscheidung des OLG Zweibrücken

Das OLG Zweibrücken hat die Berufung zurückgewiesen. Denn die Kläger konnten auch in Ansehung des Brandereignisses nicht vom Vertrag zurücktreten. Zudem sind sie nicht berechtigt, sowohl den vollen Kaufpreis zu verlangen als auch die Versicherungsleistung zu behalten, die ihnen nach dem Brand zugeflossen ist (hierzu gehört auch die Verpflichtung der Versicherung, die Ruine zu beseitigen). Die Zerstörung der Gebäude hat zu einer sog. Teilunmöglichkeit geführt: Die Kläger vermögen nur den Grund und Boden mit den zerstörten Gebäuden zu übergeben und zu übereignen, allerdings reduziert sich hierbei der Kaufpreis. Die Beklagte kann sich alternativ am gesamten, seinerzeit vereinbarten Kaufpreis festhalten lassen, hat dann aber Anspruch auf Herausgabe aller Versicherungsleistungen. Dass die Beklagte von Anfang an beabsichtigt hatte, die Gebäude abzureißen, ändert hieran nichts. Denn der Käufer kann mit der Kaufsache nach seinem freien Belieben verfahren. Gegen seine Entscheidung hat das OLG Zweibrücken nicht die Revision zum BGH zugelassen. Die hiergegen durch die Kläger erhobene Nichtzulassungsbeschwerde hat der BGH mit Beschluss vom 27.6.2019 zurückgewiesen; die vorausgegangenen Entscheidungen sind damit rechtskräftig.

OLG Zweibrücken, Beschl. v. 24.9.2018


Pressemitteilung des OLG Zweibrücken v. 12.8.2019