Hochschule überwacht Studierende


Die Hochschule Fresenius überwacht ihre Studierenden nach Medienberichten mit einem zweifelhaften Tool bei Onlineklausuren. Andere Universitäten hatten offenbar Bedenken und hatten Alternativen zur Überwachung gefunden. Ein Student legte jetzt Beschwerde ein.

Die Hochschule hat Fernstudierende seit dem Frühjahr 2020 die Wahl gelassen, statt der Klausur eine Hausarbeit zu schreiben oder die Klausur online abzulegen. Die Hochschule verwendet „Proctorio“ als Browser-Plugin für Google Chrome. Mit den Lockerungen der Corona-Bestimmungen können sich Studierende seit August 2020 nun zwischen einer Präsenzklausur und der Onlinevariante entscheiden. Kamera und Audio zeichnen während der Klausurbearbeitung den Studierenden auf. Der persönliche Prüfungsraum und der leergeräumte Tisch, auf dem der Rechner steht, sollen vorab gefilmt werden. Die Prüfungssoftware verhindert, dass während der Klausur andere Applikationen des Rechners benutzt werden. Während der Prüfung dürfen keine anderen Personen den Raum betreten. Es muss absolute Ruhe herrschen und die Teilnehmer müssen den Blick die gesamte Zeit auf dem Bildschirm richten. Sie dürfen nicht aufstehen, den Raum nicht verlassen und nicht sprechen, auch nicht mit sich selbst.

 

In einer aktualisierten Variante sind Kopfhörer und elektronische Geräte am Körper verboten, außer zu medizinischen Zwecken. Selbst dann müssen sie vorher beim Prüfungsamt angemeldet werden. Die Identifizierung der Geprüften läuft über deren Personalausweis, den sie vor der Prüfung in die Webcam halten. Proctorio wertet die Bild- und Tonaufnahmen der Prüfung automatisiert aus und markiert zweifelhafte Stellen, die die Prüfer später ansehen und kontrollieren können.