Keine Software zur Gesichtserkennung für die Bundespolizei


Bundesinnenminister Horst Seehofer will der Bundespolizei nun vorerst doch nicht ermöglichen, an sicherheitsrelevanten Orten Software zur Gesichtserkennung einzusetzen. In einem Entwurf für das neue Bundespolizeigesetz wird keine Gesichtserkennung angekündigt.

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Ulrich Kelber, hatte vor dem Einsatz von Technologien zur Gesichtserkennung im öffentlichen Raum gewarnt. Dies sei ein sehr weitgehender Grundrechtseingriff, der auf jeden Fall durch konkrete Vorschriften legitimiert sein müsste. Eine solche Legitimation bestehe derzeit nicht. Daher würde er es begrüßen, wenn in Europa die Gesichtserkennung im öffentlichen Raum untersagt würde.

 

Durch einen Bericht der „New York Times" am 18.1.‌2020 wurde bekannt, dass die US-Firma Clearview AI eine Datenbank aus rd. 3 Mrd. frei im Internet zugänglichen Bildern zusammengestellt hat und auf dieser Basis u.a. diversen Behörden einen Service zur Gesichtserkennung anbietet. Vermarktet wird die App unter dem Namen „Clearview AI“. Das Besondere ist, dass sie Gesichter aus verschiedenen Blickwinkeln auch mit Störelementen (Brille) erkennt und dass sie auf einen riesigen Datenpool zugreifen kann. Die Entwickler gaben an, alle frei zugänglichen Facebook-Bilder gespeichert zu haben.