LG Frankfurt/M.: Schön sein für Instagram & Co


Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs will in einem Verfahren gegen zwei Ärzte klären lassen, ob und inwieweit Werbung für Schönheitsoperationen gegenüber Jugendlichen erlaubt ist. Sie hat im August 2019 Klage beim LG Frankfurt/M. (Az. 2-06 O 360/19) eingereicht.

Die beiden Mediziner betreiben nach den Angaben der Wettbewerbszentrale eine Praxis für ästhetisch-plastische Chirurgie. Unter der Rubrik „Young Aesthetics“ warben sie für Brustvergrößerungen und Lippenmodellierungen für junge Frauen. Die Werbung endete mit dem Hinweis auf eine „0,0 % Finanzierung“. Die Wettbewerbszentrale hat die Klage u.a. auf einen Verstoß gegen berufsrechtliche Vorschriften gestützt. Die Bekl. hatte sich vorgerichtlich darauf berufen, es sei ihr nicht verwehrt, sich an eine eigene „Marktzielgruppe“ zu wenden. Zudem finde vor den Eingriffen eine sehr ausführliche und den Erfordernissen einer ästhetischen Operation entsprechende Aufklärung statt.


Nach einer Mitteilung v. 16.10.2019 will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Werbung für Schönheitsoperationen verbieten lassen, die sich ausschließlich oder überwiegend an Jugendliche richtet. Die neue Regelung soll als Änderungsantrag im parlamentarischen Verfahren an das geplante „Masernschutzgesetz“ angehängt werden.