Ethische Fragen zur KI


Mit ethischen Fragen der Künstlichen Intelligenz (KI) haben sich die Mitglieder der Enquete-Kommission zur KI beschäftigt. In öffentlichen Kurzvorträgen umrissen sechs Sachverständige dabei wesentliche theoretische und praktische Aspekte.

Dabei wurde betont, dass es keine besondere KI-Ethik gebe, sondern die grundsätzlichen ethischen Fragen, die sich auf den Einsatz von Instrumenten und Werkzeugen bezögen zu diskutieren seien. Es gehe darum, im Bereich der angewandten Ethik den Gebrauch der sog. „schwachen KI" zu betrachten. Dabei sei auch die Herangehensweise der von der EU-Kommission eingesetzten „High-Level Expert Group on Artificial Intelligence" miteinzubeziehen, Ein Mitglied der Gewerkschaft kritisierte, dass es bei der Diskussion um KI an einer gesellschaftlichen Vision fehle. Aus gewerkschaftlicher Sicht seien zudem beim KI-Einsatz etwa Aspekte der Mitbestimmung wichtig.

 

Ein IBM-Mitarbeiter verwies u. a. auf den Leitfaden für IBM-Entwickler sowie weitere Angebote des Unternehmens, mit denen Entwickler etwa prüfen könnten, ob ihre KI-Lösungen faire Ergebnisse produzierten. Es wurde eine sog. Blackbox-Analyse zur Kontrolle von KI-Anwendungen vorgestellt. Konkret betraf dies eine Untersuchung zur Personalisierung von Google-Suchergebnissen. Darüber hinaus wurde die Erklärbarkeit bzw. Verzerrung (Bias) von Ergebnissen KI-basierter Anwendungen problematisiert, denn die Systeme lieferten nicht automatisch eine verständliche Erklärung ihrer Ergebnisse. Das erfordere weitere Arbeit, etwa die Entwicklung eines zusätzlichen Systems. Gleiches gelte für den Umgang mit einem Bias. Es sei daher eine politische Frage, in welchen Fällen man Erklärbarkeit bzw. Mechanismen gegen ein Bias fordere.