Wolfgang Kuntz

Höchste Priorität für Schutz und Sicherheit von Patientendaten bei Gesundheits-Apps


Anfang Oktober 2020 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die ersten beiden digitalen Anwendungen zugelassen und in das Verzeichnis für Digitale Gesundheitsanwendungen („DiGA-Verzeichnis“) aufgenommen. Damit können die Kosten für diese Gesundheits-Apps von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen werden.

Voraussetzung für die Aufnahme in das DiGA-Verzeichnis ist u.a., dass die Anwendungen den Anforderungen an den Datenschutz entsprechen und die Datensicherheit nach dem Stand der Technik gewährleistet ist (§ 139 e Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 SGB V). Inzwischen ist bekannt geworden, dass bei einer der Apps, die zur Behandlung von Menschen mit Angsterkrankungen eingesetzt wird, IT-Sicherheitsexperten gravierende Datenschutz-Mängel festgestellt haben. So hätten Angreifer durch Nutzung der Sicherheitslücken Angstpatienten als solche "enttarnen" und schlimmstenfalls deren Accounts mit sensiblen Daten übernehmen können.

Wolfgang Kuntz ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht in Saarbrücken.