eco: Digitale Souveränität nicht vernachlässigen


Der eco-Verband der Internetwirtschaft e.V. teilte mit, dass gerade in der momentanen Corona-Krise Unternehmen für Arbeits- und Abstimmungsprozesse mit Hilfe digitaler Tools und Technologien die Dienste von Anbietern außerhalb Europas in Anspruch nehmen.

Rechenzentren und Cloud-Dienste seien die Grundvoraussetzung für digitale Souveränität, aktuell würden jedoch lediglich 4% aller weltweit verfügbaren Daten in der EU gehostet. Besonders in Deutschland liege das daran, dass die Rahmenbedingungen für Infrastrukturbetreiber im internationalen Vergleich schlecht und wenig wettbewerbsfreundlich seien, z.B. zu hohe Stromkosten für Rechenzentren und zu komplizierte und langwierige Genehmigungsverfahren. Stromkosten seien in Deutschland teilweise viermal so hoch wie im europäischen Vergleich. Dies liege vor allem an der sog. EEG-Umlagen, Abgaben und der Stromsteuer, die es in dieser Art und Höhe in anderen Ländern nicht gibt.

 

Gerade in Zeiten der Corona-Krise und den damit verbundenen Diskussionen über Ausgangsbeschränkungen sollten Gemeinden, Länder und der Bund im Umgang mit Rechenzentrenbetreibern konsistenter handeln und alle notwendigen Maßnahmen eng mit den Verantwortlichen der Wirtschaft abstimmen. IT-Entscheider bräuchten die Freiheit, IT-Ressourcen nach europäischen Standards zu beziehen und zu nutzen, daher seien offene Standards für Schnittstellen erforderlich und offene Quellcodes um das Prinzip der Datensouveränität zu unterstützen. Große Erwartungen habe die Branche nach wie vor an das Cloud-Projekt GAIA-X, das Datensouveränität, Datenverfügbarkeit und Innovation anstrebt.