SG Dresden

Wegeunfall bei Schock nach Kollision mit Hund


Ein We­ge­un­fall liegt auch dann vor, wenn ein Ar­beit­neh­mer auf dem un­mit­tel­ba­ren Heim­weg von sei­ner Ar­beit mit einem Hund kol­li­diert, der un­ver­mit­telt auf die Fahr­bahn springt, und der Ar­beit­neh­mer dabei einen Schock er­lei­det. Dies hat das So­zi­al­ge­richt Dres­den ent­schie­den. Im kon­kre­ten Fall war der Klä­ger nach der Kol­li­si­on von den Freun­den des Hun­de­hal­ters mas­siv be­drängt und an­ge­grif­fen wor­den. Au­ßer­dem wurde sein Auto be­schä­digt.

 

Anhaltende psychische Probleme

Die Angriffe setzen sich fort, nachdem er den Arbeitsweg verlassen und bei einer nahegelegenen Tankstelle Schutz gesucht hatte. Nach den gutachterlichen Feststellungen eines Psychologen leidet der Kläger seitdem an Ängsten und anderen psychischen Störungen, die auf den Unfall und die spätere Bedrohung zurückzuführen seien.

Aufsuchen der Tankstelle lässt Schutz nicht entfallen

Das SG war im Gegensatz zur beklagten Berufsgenossenschaft der Ansicht, dass der unfallversicherungsrechtliche Schutz durch das Verlassen des unmittelbaren Weges und das Aufsuchen der Tankstelle nicht entfallen sei. Denn auch diese eingeschobene Verrichtung habe in einem inneren Zusammenhang mit dem nach § 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII versicherten Heimweg gestanden. Zu diesem Zeitpunkt sei der Kläger weiterhin bedroht worden; er habe Schutz gesucht und die Polizei verständigen wollen, um den Heimweg überhaupt fortsetzen zu können (Entscheidung v. 12.04.2021 - S 5 U 232/20).


justiz.sachsen.de/sgdd