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Deutsche Crews der Ryanair-Gruppe weiter ohne Kurzarbeitergeld


Die in Deutsch­land sta­tio­nier­ten Crews der Ryan­air-Toch­ter Malta Air müs­sen bis­lang ohne Kurz­ar­bei­ter­geld aus­kom­men. Hin­ter­grund des Rechts­streits sind Zwei­fel der Bun­des­agen­tur für Ar­beit daran, dass Malta Air in Deutsch­land einen Flug­be­trieb un­ter­hält. Die Flug­ge­sell­schaft und die Ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) for­der­ten nun ge­mein­sam die Ar­beits­agen­tur Köln sowie die Bun­des­re­gie­rung auf, die Mit­ar­bei­ter mit Kol­le­gen an­de­rer Flug­ge­sell­schaf­ten gleich­zu­stel­len.

 

Zweifel an Flugbetriebsunterhaltung

Malta Air hatte im vergangenen Jahr sowohl mit der VC als auch mit der Gewerkschaft Verdi Krisen-Vereinbarungen für die rund 1.000 Piloten und Flugbegleiter geschlossen. Beide Seiten waren davon ausgegangen, dass in Deutschland Kurzarbeitergeld gezahlt wird. Nach Berichten aus dem vergangenen Sommer bezweifeln die deutschen Behörden aber, dass Malta Air in Deutschland einen Flugbetrieb unterhält. Darum wird laut Ryanair auch vor Gericht gestritten. Die Arbeitsagentur wollte sich unter Hinweis auf das laufende Gerichtsverfahren aktuell nicht zu dem Vorgang äußern.

Pilotengewerkschaft sieht Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld erfüllt

Der Ryanair-Konzern hatte auf Druck der Gewerkschaften eigens im Jahr 2019 den Flugbetrieb seiner deutschen Basen von der irischen Ryanair auf die maltesische Gesellschaft übertragen, um den Beschäftigten rechtlich den Zugang zu den deutschen Sozialkassen zu ermöglichen. "Die Piloten der Malta Air zahlen in Deutschland volle Steuern und Sozialabgaben. Deshalb haben sie auch vollen Anspruch auf Kurzarbeitergeld und alle anderen Sozialleistungen", sagte VC-Sprecher Janis Schmitt. Dies werde auch in anderen EU-Staaten für die dort stationierten Crews anerkannt.


beck-aktuell v. 02.03.2021