Nicole Spoerhase-Eisel, EMR Saarbrücken/Brüssel

Jugendschutz.net: Höchststand bei Jugendschutz-Verstößen im Internet


Die 1997 von den Jugendministern der Bundesländer gegründete und an die Kommission für Jugendmedienschutz angegliederte Kontrollstelle für den Jugendschutz im Internet, jugendschutz.net, hat in ihrem jüngst veröffentlichten Jahresbericht festgestellt, dass im Jahr 2007 für Jugendschutzverletzungen im Internet ein neuer Höchststand zu verzeichnen ist.

Von der Kontrollstelle wurden insgesamt 2.883 Verstöße erfasst.

Dies bedeutet einen Zuwachs von 10% im Vergleich zum Vorjahr.

Zu den Verstößen ist es insb. im Bereich pornografischer und rechtsextremer Internetseiten gekommen. Aber auch Mitmachseiten wie Schüler-VZ oder Facebook sind nicht ungefährlich, da Kinder und Jugendliche hierdurch verstärkt animiert würden, persönliche Daten im Netz preiszugeben.

Zur Behebung der Verstöße setzt die Kontrollstelle auf die Zusammenarbeit mit den Anbietern. Dieses Vorgehen habe sich in der Vergangenheit bereits bewährt: 75% aller Verstöße seien auf Hinweis der Kontrollstelle von den Anbietern beseitigt worden, ohne dass es eines Einschreitens seitens der Aufsichtsbehörde bedurft hätte.

Die Kontrollstelle bearbeitete im Jahr 2007 insgesamt 9.200 Beschwerden und Anfragen und überprüfte 7.164 Internetseiten. Ferner wurden 65 der wichtigsten Chats und Communities kontinuierlich von ihr überwacht. (4)

Der Jahresbericht 2007 der Kontrollstelle jugendschutz.net ist abrufbar unter:

http://www.jugendschutz.net/materialien/bericht_2007.html  .


MMR 10/2008, S. XII