EU: Digitales Fernsehen voranbringen


Die EU-Kommission setzt bei der Einführung des interaktiven Digitalfernsehens in Europa auf freiwillige Standardisierungsinitiativen der Industrie.

Von Regulierungsstellen erlassene verbindliche technische Normen sind nicht erforderlich. Die Kommission will mit den Mitgliedstaaten daran arbeiten, einen reibungslosen und zügigen Übergang zum Digitalfernsehen sicherzustellen. Deshalb sollten die Mitgliedstaaten weiter offene Standards fördern, die den Austausch zwischen verschiedenen technischen Systemen unterstützen.

Heute sind in Europa über 47 Mio. Digitalempfänger in Gebrauch, von denen 26 Mio. eine herstellereigene Anwendungsprogrammschnittstelle (API) besitzen und rd. 4 Mio. über eine multimediale Heimplattform (MHP) verfügen. In Deutschland wurde die MHP-Unterstützung zwar von Kabelnetzbetreibern und den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten angekündigt, es gab aber keine umfassende Koordinierung zwischen allen Beteiligten wie z.B. in Italien.

Private Rundfunkveranstalter und Bezahlfernsehanbieter waren zurückhaltender mit ihren Investitionen in das interaktive Fernsehen. Es gab weder tragfähige Geschäftsmodelle noch allgemeine Subventionen für die Verbraucher. Die Verbreitung von digitalem Fernsehen in Deutschland beträgt daher nur 17,1%, der europaweite Durchschnitt liegt bereits bei 23,7%.

Die EU-Kommission wird weiterhin in Europa und weltweit offene, den technischen Austausch fördernde Standards für das Digitalfernsehen unterstützen. Sie hat eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet und finanziert, um die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung, Entwicklung und Normung zum digitalen Fernsehen voranzubringen. Diese Unterstützung könnte künftig auf die internationale Zusammenarbeit bei der Einführung von Standards und bei der digitalen Fernsehproduktion ausgeweitet werden.

Quelle: PM der EU-Kommission v. 7.2.2006.


MMR 2006, Heft 3, VIII