Max Schoenthal

Pläne für die bundesweite Entwicklung von DVB-H und DMB


Durch Pilotprojekte in Hamburg und Berlin soll der Anstoß für die bundesweite Entwicklung des mobil empfangbaren Fernsehens im DVB-H- bzw. DMB-Standard gegeben werden.

Zu diesem Zweck haben die jeweils zuständigen Landesmedienanstalten, die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und die Hamburgische Anstalt für neue Medien (HAM), Übertragungskapazitäten für DVB-H und (in Hamburg) für DMB ausgeschrieben.

DVB-H (Digital Video Broadcasting-Handheld) ist ein Standard der Digital Video Broadcasting-Gruppe für die Übertragung von Fernsehsignalen auf mobile Empfangsgeräte. DMB setzt dagegen auf dem DAB-(Digital Audio Broadcasting) Standard auf, der zur Übertragung digitalen Hörfunks dient, und erweitert diesen dahingehend, dass auch Videodaten übermittelt werden können. Technisch wird dies durch eine Kodierung im MPEG-4-Standard und durch höhere Datenübertragungsraten erreicht. DMB ist inzwischen, ebenso wie die DVB-Standards, vom Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (European Telecommunications Standards Institut/ETSI) als europäische Norm anerkannt.

In Abstimmung mit anderen Landesmedienanstalten soll dazu beigetragen werden, die Voraussetzungen für eine schrittweise Einführung dieser Übertragungstechniken in Deutschland zu schaffen und möglichst während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 die Bekanntheit und die Akzeptanz des mobil empfangbaren Fernsehens durch attraktive Angebote - auch im Rahmen weiterer Projekte - zu fördern. Erkenntnisse erhofft man sich dabei insb. zu technischen Fragen und möglichen Innovationen, zu der wirtschaftlichen Realisierbarkeit, der Nutzerakzeptanz im Hinblick auf Angebotsinhalte, Endgeräte und Kostenstrukturen, zur Realisierbarkeit bundeseinheitlicher Programmstrukturen sowie zu kommunikationswissenschaftlichen und medienrechtlichen Fragestellungen. Auch in den Bundesländern Bayern und Saarland laufen derzeit Ausschreibungen für mobiles TV, hier stehen allerdings derzeit jeweils nur Kapazitäten für den DMB-Standard zur Verfügung.

Max Schoenthal

Die PM der Landesmedienanstalten sind abrufbar unter: http://www.mabb.de; http://www.ham.de; http://www.LMSaar.de; http://www.blm.de.

Diese Meldung wurde der Rubrik «EMR - die medienrechtliche Monatsschau» entnommen. Das Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) berichtet monatlich über die jüngsten Entwicklungen im Bereich Medienrecht und -politik aus den europäischen Institutionen und den Staaten Europas. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei Neuerungen für den Rundfunk und die neuen Medien, insbesondere mit Blick auf die europarechtlichen Bezüge. Die EMR-Monatsschau wird freundlicherweise unterstützt durch die Veröffentlichung «IRIS - Rechtliche Rundschau der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle». Nähere Informationen im Internet unter www.emr-sb.de oder über EMR, Nell-Breuning-Allee 6, 66115 Saarbrücken; E-Mail:


MMR 2006, Heft 2, XIX