Dr. Carmen Palzer

Frankreich: CSA befürwortet Verbot von Pornografie und grundloser Gewalt im Fernsehen


Der Conseil supérieur de l''audiovisuel (CSA), als französische Medienaufsichtsbehörde u.a. zuständig für den Jugendschutz, hat ein neues System zur Klassifizierung von Sendungen nach Jugendschutzgesichtspunkten («signaléthique jeunesse») eingeführt, das spätestens zum 18.11.2002 umzusetzen war.

(http://www.csa.fr/themes/television/television_signaletique2.php)

Bislang wurden Programme in fünf Kategorien eingestuft und diese Einordnung mittels Piktogrammen, die unterschiedliche geometrische Formen auf einem runden, farbigen Hintergrund zeigten, kenntlich gemacht. So war z.B. das Piktogramm, das einen Kreis auf einem grünen, später blauen Hintergrund zeigt, mit der Aussage: «Begleitung durch die Eltern wünschenswert» verbunden. Umfangreiche Untersuchungen in den Jahren 2000 und 2001 hatten ergeben, dass nur eine Minderheit der Eltern die genaue Bedeutung der Piktogramme verstand. So wurde z.B. das oben erwähnte Piktogramm von zahlreichen Eltern als Erlaubnissignal oder als Empfehlung des Programms für Kinder verstanden. Auch die Aussagen, die den Piktogrammen beigefügt wurden, wurden als zu abstrakt kritisiert.

Daher hat sich der CSA nach der Durchführung von Konsultationen für eine neue «signaléthique jeunesse» entschieden. Beibehalten wurden die fünf Kategorien, die nunmehr mit neuen Piktogrammen gekennzeichnet werden, die das empfohlene Mindestalter darstellen: -frei, -10, -12, -16 und -18 Jahre. Auch die dazugehörigen Aussagen wurden geändert: z.B. «Nicht empfohlen unter 10 Jahren». Weiterhin wurden strengere Anforderungen an Dauer und Präsentation der Einblendung der Piktogramme gestellt.

Dr. Carmen Palzer

Diese Meldung wurde der Rubrik «EMR - die medienrechtliche Monatsschau» entnommen. Das Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) berichtet monatlich über die jüngsten Entwicklungen im Bereich Medienrecht und -politik aus den europäischen Institutionen und den Staaten Europas. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei Neuerungen für den Rundfunk und die neuen Medien, insbesondere mit Blick auf die europarechtlichen Bezüge. Die EMR-Monatsschau wird freundlicherweise unterstützt durch die Veröffentlichung «IRIS - Rechtliche Rundschau der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle». Nähere Informationen im Internet unter www.emr-sb.de oder über EMR, Nell-Breuning-Allee 6, 66115 Saarbrücken; E-Mail:


MMR 2002, Heft 12, XXIV