Dr. Andreas Grünwald/Kathrin Hahne/Thorsten Ricke

Vereinigung europäischer Meldestellen für illegales Material im Internet


Weltweiter Datentransfer in Sekundenschnelle, Zugang auf laufend aktuelle Informationen und uneingeschränkte Präsentation von Inhalten sind nur einige der vielen Vorteile des Internet. Genau hier liegen aber auch seine Gefahren. Denn diese weltweite Vernetzung wird zunehmend von kriminellen Geschäftemachern missbraucht, um illegale Inhalte zu verbreiten.

http://www.inhope.org/

Ohne auf extreme, nicht angebrachte und nicht durchführbare Maßnahmen von Zensur und Beschränkung zurückzugreifen, enthält das Internet immer Benutzer, welche die dunkleren Elemente unserer Gesellschaft darstellen.

Inhope, die Vereinigung europäischer Meldestellen für illegales Material im Internet, will sich und seine Kunden davor schützen und dazu beitragen, kriminellen Machenschaften im Internet das Handwerk zu legen. Inhope ist der Meinung, dass es nicht eine Frage des Abbaus aller illegalen und jugendgefährdenden Seiten aus dem Internet oder einer Zugriffsverweigerung zu solchem Material ist. Vielmehr geht es darum, an einer sicheren Umgebung für Internetuser zu arbeiten, um dadurch Kinder zu schützen und das Privatleben und die Würde der Mitbürger zu respektieren.

Auf der o.g. URL findet man praktische Hintergrundinformationen zu den Themenkomplexen, die im besonderen Interesse von Inhope stehen (Pornografie und Kinderpornografie, kommerzielle Seiten, gemorphte/editierte Bilder, Chat Rooms, pädophile Ringe, Rassismus, Grooming). Neben Tipps zum Schutz der Kinder vor diesen Gefahren findet man hier z.B. auch sog. Fallstudien.

Mitgliedsländer sind bisher Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Island, Irland, Spanien, Schweden, Niederlande und Großbritannien. Zu den einzelnen Aktivitäten dieser Länder hält Inhope Informationen bereit.

Das Projekt Inhope wird von der EU mitfinanziert und kooperiert sehr eng mit Hotlines in Amerika und Australien. Dadurch können auch Meldungen über kinderpornografische Inhalte, die auf ausländischen Servern liegen, rasch und effizient verfolgt werden.

Auf der viersprachig gestalteten Seite ist zudem der erste Inhope-Bericht, der im Mai 2002 publiziert wurde, abrufbar, der noch mehr Informationen über die Vereinigung und die Mitglied-Hotlines enthält.

Diese Meldung wurde der Rubrik "Aktuelle Links zum Multimediarecht" von Dr. Andreas Grünwald/Kathrin Hahne/Thorsten Ricke, Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM), Öffentlich-rechtliche Abteilung, Münster, http://www.uni-muenster.de/Jura.tkr/ entnommen.


MMR 2002, Heft 12, XII