OLG Köln: Beweislast für Gebote bei Internetauktion


BGB § 145

OLG Köln Urteil vom 6.9.2002 19 U 16/02 (LG Bonn); nicht rechtskräftig

Leitsätze der Redaktion

1.Wer ein E-Mailkonto mit einem bestimmten Pseudonym und Passwort unterhält, trägt nicht allein deshalb das Missbrauchsrisiko mit der Folge einer Beweislastumkehr nach Gefahrenkreisen, gleiches gilt für das bloße Unterhalten einer E-Mailadresse.

2.Der Sicherheitsstandard im Internet ist derzeit nicht ausreichend, um aus der Verwendung eines geheimen Passworts auf denjenigen als Verwender zu schließen, dem dieses Passwort ursprünglich zugeteilt worden ist.

3.Bemerkt ein Nutzer, dass sein E-Mailzugang gesperrt ist, muss er hieraus nicht schließen, dass jemand in seinem Namen und mit seinem Passwort Verträge im Internet abschloss.

Anm. d. Red.: Die Entscheidung der Vorinstanz LG Bonn ist abgedruckt in MMR 2002, 255 m. Anm. Wiebe. Zur Beweislast vgl. auch AG Karlsruhe-Durlach MMR 2002, 64; AG Erfurt MMR 2002, 127 m. Anm. Wiebe.


MMR 2002, 813 Der kostenpflichtige Volltext ist ca. ab Mitte Dezember in beck-ONLINE abrufbar.