Alexander Scheuer

Norwegen: Festlegung der Sendezeit für Big Brother


Die norwegische Medienaufsichtsbehörde Mass Media Authority hat im Juli zu der Frage Stellung genommen, zu welcher Uhrzeit unter Jugendschutzgesichtspunkten eine Ausstrahlung von Sendungen des Big Brother-Formats zulässig ist.

Das Rundfunkgesetz sieht vor, dass eine königliche Verordnung nähere Bestimmungen über Sendezeitgrenzen für Programme einführt, die die physische, seelische oder moralische Entwicklung von Minderjährigen beeinträchtigen können, Sec. 2-7.

Auf Grund einer Beschwerde einer Organisation namens Barnevakten (Child Watch), die verschiedene Sequenzen einer Ende März ausgestrahlten Folge als jugendgefährdend ansah und deshalb den Sendebeginn auf 21 Uhr verschoben sehen wollte, befasste sich die Aufsichtsbehörde mit der Problematik. Diese kam allerdings, nach Abstimmung mit der Filmeinstufungsbehörde Statens Filmtilsynet (Board of Film Classification) zu dem Ergebnis, dass zwar einige Ausschnitte für Jugendliche unter 11 Jahren ungeeignet sein könnten, dies aber einer Ausstrahlung ab 20.00 bzw. 20.30 Uhr nicht im Wege stehe.

Alexander Scheuer

Diese Meldung wurde der Rubrik "EMR - die medienrechtliche Monatsschau" entnommen. Das Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) berichtet monatlich über die jüngsten Entwicklungen im Bereich Medienrecht und -politik aus den europäischen Institutionen und den Staaten Europas. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei Neuerungen für den Rundfunk und die neuen Medien, insbesondere mit Blick auf die europarechtlichen Bezüge. Die EMR-Monatsschau wird freundlicherweise unterstützt durch die Veröffentlichung "IRIS - Rechtliche Rundschau der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle". Nähere Informationen im Internet unter www.emr-sb.de oder über EMR, Nell-Breuning-Allee 6, 66115 Saarbrücken; E-Mail:


MMR 2002, Heft 9, XVII