AnwGH Berlin: Irreführung durch Internetadresse - presserecht.de


BRAO § 43b; BORA § 6; UWG § 3
AnwGH Berlin Beschluss vom 25.4.2002 I AGH 11/01; nicht rechtskräftig

Leitsätze der Redaktion

1.Die Wahl der Internetadresse www.presserecht.de durch einen Rechtsanwalt ist mindestens unter dem Gesichtspunkt des standeswidrigen Herausstellens der eigenen Leistung und wegen Irreführung zu beanstanden.

2.Die Irreführung wird nicht dadurch relativiert, dass ein Internetnutzer möglicherweise relativ schnell bemerkt, dass er nicht die von ihm gesuchten allgemeine Information zum Presserecht, sondern das Angebot einer individuellen Einzelkanzlei vorfindet. Selbst wenn die Fehlvorstellung des Internetnutzers durch den weiteren Inhalt der Website wieder beseitigt wird, liegt eine relevante Irreführung schon dann vor, wenn ein nicht unerheblicher Teil des Publikums durch Angaben, die geeignet sind, irrezuführen, angelockt und veranlasst wird, sich mit dem beworbenen Angebot überhaupt oder näher zu befassen.


MMR 2002, 609 Der kostenpflichtige Volltext ist ca. ab Mitte September in beck-ONLINE abrufbar.