EU: Genehmigung der Rechtevermarktungsregeln der UEFA angekündigt


Die EU-Kommission hat am 3.6.2002 angekündigt, die im Entwurf vorliegenden neuen Regeln des europäischen Fußball-Dachverbands UEFA über die Vermarktung der Übertragungs- und anderer Medienrechte an der Champions League zu genehmigen.

(PM abrufbar unter: http://europa.eu.int/rapid/start/cgi/guesten.ksh?p_action.getfile=gf&doc=IP/02/806|0|RAPID&lg=DE&type=PDF).

Die bisherige zur Genehmigung angemeldete Regelung war auf Grund des ihr zu Grunde liegenden Prinzips der gemeinsamen Vermarktung von der Kommission als wettbewerbsbeschränkend beanstandet worden (s. MMR 9/2001, S. X). Der Wettbewerb zwischen den Rundfunkanbietern sei verzerrt, die Konzentrationstendenzen bei den Medien seien gefördert und die Entwicklung neuer Dienstleistungen zur Vermittlung von Sportinhalten über das Internet sei durch Sperrung des Zugangs zu wesentlichen Inhalten behindert worden. Die neuen Regeln für die Rechteverwertung in den Medien eröffneten Internetinhalteanbietern und UMTS-Betreibern sowie einer vergrößerten Zahl von Fernseh- und Hörfunkveranstaltern Zugang zu Champions-League-Rechten. Nach der neuen Regelung verkauft die UEFA auch weiterhin die Rechte für Live-Übertragungen der am Dienstag und Mittwoch stattfindenden Spiele. Mit Beginn der Hauptrunde verkauft die UEFA das jeweilige Spitzenspiel an Rundfunkanstalten in den betroffenen Ländern, aus denen die Vereine des Spiels stammen. Sollte es der UEFA nicht gelingen, einige der anderen am gleichen Tag ausgetragenen Spiele an andere Rundfunkanbieter zu verkaufen, können die betreffenden Vereine ihr Spiel einzeln vermarkten. Im Gegensatz zur bisherigen Praxis sollen alle Medienrechte einzeln vermarktet werden, also auch die Rechte für Internet und UMTS. Ab jeweils Donnerstag 24.00 Uhr sollen die Vereine die Rechte an Fernsehaufzeichnungen für ihre Fangemeinde nutzen können. Die Rechte werden nach der neuen Regelung für nicht länger als drei Jahre in öffentlichen Ausschreibungen vergeben, bei denen sämtliche Rundfunkanstalten mitbieten können. Vor einer endgültigen Genehmigung durch die Kommission wird den Beteiligten noch Gelegenheit zur Äußerung gegeben.

Peter Strothmann

Diese Meldung wurde der Rubrik "EMR - die medienrechtliche Monatsschau" entnommen. Das Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) berichtet monatlich über die jüngsten Entwicklungen im Bereich Medienrecht und -politik aus den europäischen Institutionen und den Staaten Europas. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei Neuerungen für den Rundfunk und die neuen Medien, insbesondere mit Blick auf die europarechtlichen Bezüge. Die EMR-Monatsschau wird freundlicherweise unterstützt durch die Veröffentlichung "IRIS - Rechtliche Rundschau der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle". Nähere Informationen im Internet unter www.emr-sb.de oder über EMR, Nell-Breuning-Allee 6, 66115 Saarbrücken; E-Mail:


MMR 2002, Heft 8, VIII