Forschungsprojekt Biotrust


Der rasante Ausbau der Datensysteme erfordert auch verlässliche Sicherheitsvorkehrungen bei den Zugangskontrollen zu einem Datennetz. Nachdem die herkömmlichen Kontrollen durch Passwörter oder PINs oftmals vor allem an menschlichen Schwächen scheitern, weil die Anwender diese leichtfertig aufschreiben, setzte man in den letzten Jahren verstärkt Hoffnung auf biometrische Sicherheitssysteme.

Hierbei werden biometrische Größen wie z.B. Fingerabdruck, Netzhautabdruck, Gesichts- oder Stimmerkennung oder gar das Schreib- bzw. Tippverhalten des Benutzers zum Tragen kommen. Ernüchternde Ergebnisse mit Fehlerraten von bis zu 15 Prozent liefert jetzt das vom BMWi geförderte Forschungsvorhaben Biotrust. Der dreijährige Feldversuch zeigt, dass jedes System - von der Unterschriften- und Stimmerkennung bis zum Gesichts- oder Irisscanner - Schwächen hat. Probleme bereiten vor allem Umgebungs- und Benutzereinflüsse. So erschwert z.B. Handcreme den Einsatz von Fingerscannern. Die Forscher raten daher zunächst von breiten Massenanwendungen ab - ein deutlicher Rückschlag für die Pläne, einen Personalausweis mit Biometriedaten einzuführen.

Informationen zum Thema: http://www.sicherheit-im-internet.de/themes/themes.phtml?ttid=14; http://www.biometrie-info.de. Die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage zu diesem Thema und zum Stand der Einführung biometrischer Daten in Ausweisen kann als PDF-File (http://dip.bundestag.de/btd/14/088/1408839.pdf) heruntergeladen werden.


MMR 2002, Heft 7, XXI