LG Frankfurt/M.: Telefonsexverträge


BGB § 138
LG Frankfurt Urteil 16.5.2001 2/1 S 396/00; rechtskräftig

Leitsätze der Redaktion

1. Telefonsex kann nicht pauschal als sittenwidrig eingestuft werden; es ist vielmehr auf den Einzelfall abzustellen. Der Telefonkunde muss zur Begründung einer Sittenwidrigkeit vortragen, welcher genauen Art der Inhalt der Telefonate war.

2. Bei der Vermittlung der Telefongesellschaft handelt es sich um ein wertneutrales Hilfsgeschäft, welches nicht der objektiven Förderung und Ermöglichung von Telefonsex dienen soll und daher auch nicht von einem eventuellen Unwerturteil erfasst ist.

Anm. d. Red.: Die Entscheidung wurde mitgeteilt von RA Nikolaus Konstantin Rehart, RAe Danckelmann u. Kerst, Frankfurt/M. Vgl. hierzu auch BGH v. 22.11.2001 - III ZR 5/01. Die BGH-Entscheidung wird in einer der nächsten Ausgaben m. Anm. Müller veröffentlicht werden.


MMR 1/2002