IASB schlägt reduzierte Angabevorschriften für KMU-Konzerngesellschaften vor


IRZ, Heft 9, September 2021, S. 382

Am 26. Juli 2021 hat der International Accounting Standards Board (IASB) das Entwurfsdokument ED/2021/7 „Tochtergesellschaften ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben“ veröffentlicht (siehe hierzu auch Busch/Zwirner, IRZ 2021, 369). Mit dem vorgeschlagenen Standard soll es qualifizierten Tochterunternehmen ermöglicht werden, die vollständigen IFRS anzuwenden, jedoch mit reduzierten Angabevorschriften.

Die Vorschläge sind für Unternehmen konzipiert, die keine öffentliche Rechenschaftspflicht haben und zugleich Tochterunternehmen eines obersten oder zwischengeschalteten Mutterunternehmens sind, das einen der Öffentlichkeit zugänglichen Konzernabschluss nach IFRS erstellt. Die Anwendung der Regelungen des neuen Standards wäre für Tochterunternehmen, die zur Anwendung berechtigt sind (d.h. solche, die die beiden obigen Bedingungen erfüllen), jedoch nicht verpflichtend, sondern lediglich optional.

Der Standardentwurf enthält etwa 200 Textziffern mit Angabevorschriften, die nach den einzelnen Standards aufgelistet sind und welche die ansonsten vorgeschriebenen Angabepflichten in den einzelnen IFRS für die begünstigten Unternehmen ersetzen sollen. Bei der Entwicklung dieser Textziffern ging der Board von den Angabevorschriften im IFRS for SMEs aus und passte diese dort an, wo sie von denen in den Full IFRS abweichen. Von dieser generellen Ableitung der Angabevorschriften aus dem IFRS for SMEs wurde in einigen Ausnahmefällen wie z.B. bei Investmentgesellschaften oder bei Pensionsverpflichtungen abgewichen. Als zusätzliche Anwendungserleichterung listet ein Anhang zu dem vorgeschlagenen neuen Standard die Angabevorschriften in den Full IFRS auf, die durch die Angabevorschriften des Entwurfs ersetzt würden.

Der Entwurf enthält auch reduzierte Angabevorschriften, die für ein Tochterunternehmen gelten, das seinen ersten IFRS-Abschluss erstellt und sich für die Anwendung des vorgeschlagenen neuen Standards entschieden hat. Jedoch ist der Board noch nicht abschließend zu einer Meinung gelangt, ob nicht besser die unveränderten Angabeanforderungen des IFRS 1 beibehalten werden sollen. Dies soll auch von den Rückmeldungen zum Standardentwurf abhängen.

Die Stellungnahmefrist zu dem Standardentwurf endet am 31. Januar 2022.