EU-Kommission veröffentlicht Vorschlag für eine überarbeitete und erweiterte Nachhaltigkeitsrichtlinie – Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD


IRZ, Heft 5, Mai 2021, S. 211 

Die Europäische Kommission hat am 21. April 2021 einen Vorschlag für eine Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD) veröffentlicht. Danach würde zum einen der Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen massiv ausgeweitet, zum anderen werden die inhaltlichen Anforderungen an eine Nachhaltigkeitsberichterstattung neu gefasst und an den (noch zu entwickelnden) internationalen Standards in diesem Bereich ausgerichtet.

Die CSRD würde Unternehmen dazu verpflichten, qualitative und quantitative, zukunftsgerichtete und rückblickende Informationen sowie solche, die kurz-, mittel- und langfristige Zeithorizonte abdecken, zur Verfügung zu stellen. Inhaltlich sollen Unternehmen über folgende Bereiche berichten:

  • ihre Geschäftsstrategie,
  • die gesetzten Nachhaltigkeitsziele und die Fortschritte auf dem Weg zu deren Erreichung,
  • die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane in Bezug auf Nachhaltigkeitsfaktoren,
  • die Richtlinien und Maßnahmen in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte,
  • die bedeutendsten negativen Auswirkungen des Unternehmens auf Nachhaltigkeitsfaktoren,
  • die wichtigsten Risiken in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte, einschließlich ihrer wichtigsten Abhängigkeiten von solchen Aspekten, und wie sie diese Risiken steuern, und
  • die Art und Weise, wie sie die Informationen, über die sie berichten, ermittelt haben.

 

Die Kommission schlägt eine Umsetzung der CSRD in nationales Recht durch die Mitgliedstaaten bis zum 1. Dezember 2022 vor, so dass die Änderungen erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, anzuwenden wären.