IASB schlägt Regelungen für nicht-konvertible Fremdwährungen vor


IRZ, Heft 5, Mai 2021, S. 210

Am 20. April 2021 hat der IASB das Entwurfsdokument ED/2021/4 „Mangel an Umtauschbarkeit (Vorgeschlagene Änderungen an IAS 21)“ veröffentlicht, in dem er Leitlinien zur Beurteilung vorschlägt, wann eine Währung umtauschbar ist und wie der Wechselkurs zu bestimmen ist, wenn eine solche Umtauschbarkeit nicht gegeben ist.

 Konkret werden Regelungen zu drei Themenkomplexen vorgeschlagen:

  • Abgrenzung der Umstände, unter denen eine Währung in eine andere Währung umtauschbar ist: Eine Währung ist umtauschbar (konvertibel), wenn ein Unternehmen in der Lage ist, diese Währung in die andere Währung umzutauschen, selbst wenn dies nur indirekt über eine weitere Währung möglich ist. Dabei sind Märkte oder Umtauschmechanismen zu nutzen, die ohne unangemessene Verzögerung durchsetzbare Rechte und Verpflichtungen schaffen. Dagegen ist eine Währung nicht konvertibel, wenn ein Unternehmen nur einen unwesentlichen Betrag der anderen Währung erhalten kann, z.B. aufgrund von Währungskontingentierungsvorschriften.
  • Anzuwendender Stichtagskurs, wenn eine Währung nicht umtauschbar ist: Ist eine Währung zum Stichtag nicht konvertibel, so hat die berichtende Einheit den Stichtagskurs zu schätzen. Zu schätzen ist dabei ein Kurs, auf den das Unternehmen hätte zugreifen können, wenn die Währung umtauschbar gewesen wäre, der für eine ordnungsgemäße Transaktion zwischen Marktteilnehmern gegolten hätte und der die vorherrschenden wirtschaftlichen Bedingungen getreu widerspiegeln würde. Je nach Umständen des Einzelfalls könnte auch ein beobachtbarer Wechselkurs als geschätzter Stichtagskurs verwendet werden, wenn er die genannten Voraussetzungen erfüllt, oder der erste verfügbare Wechselkurs nach Wiederherstellung der Konvertibilität.
  • Angabe zusätzlicher Informationen zu nicht konvertiblen Währungen: Wenn ein Abschluss Währungen enthält, die nicht umtauschbar sind, hat die berichtende Einheit Informationen zur Verfügung zu stellen, die den Abschlussadressaten eine Beurteilung ermöglichen, wie sich der Mangel an Umtauschbarkeit einer Währung auf die finanzielle Leistung, finanzielle Lage und auf die Cashflows des Unternehmens auswirkt oder voraussichtlich auswirken wird.

 

Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Änderungen werden bis zum 1. September 2021 erbeten.