IASB veröffentlicht Entwurf zur Ergänzung von IFRS 16


IRZ, Heft 1, Januar 2021, S. 20

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 27. November 2020 den Standardergänzungs-Entwurf ED/2020/4 „Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-leaseback-Transaktion (Vorgeschlagene Änderung an IFRS 16)“ veröffentlicht. Die darin vorgeschlagenen Ergänzungen sollen klarstellen, wie ein Verkäufer-Leasingnehmer die Folgebewertungsvorschriften in IFRS 16.36–38 auf die Leasingverbindlichkeit anzuwenden hat, die bei der Sale-and-leaseback-Transaktion entsteht.

Dies soll dadurch erreicht werden, dass ein Verkäufer-Leasingnehmer

  • bei der Anwendung der Vorschriften von IFRS 16 für die Bewertung des Vermögenswerts aus dem Nutzungsrecht und der Leasingverbindlichkeit, die sich aus dem Leaseback ergeben, den Anteil des veräußerten Vermögenswerts bestimmt, der sich auf das zurückbehaltene Nutzungsrecht bezieht, indem der abgezinste Barwert der erwarteten Zahlungen (ggf. einschließlich variabler Bestandteile) für das Leasingverhältnis mit dem beizulegenden Zeitwert des veräußerten Vermögenswerts verglichen wird, und
  • in der Folge die Leasingverbindlichkeit zu bewerten hat, indem der Buchwert verringert wird, um die erwarteten Zahlungen für das Leasingverhältnis widerzuspiegeln.

 

Die Änderungen, die durch die Aufnahme zweier zusätzlicher Beispiele ergänzt werden sollen, wären nach IAS 8 grundsätzlich retrospektiv auch auf bereits in der Vergangenheit getätigte Sale-and-leaseback-Transaktionen anzuwenden.

Der IASB hat eine viermonatige Stellungnahmefrist gesetzt, sodass Anmerkungen zu den vorgeschlagenen Änderungen bis zum 29. März 2021 erbeten werden.