IDW ergänzt die IFRS-Modulverlautbarung RS HFA 50


IRZ, Heft 7/8, Juli-August 2020, S. 327

Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) hat im November 2016 mit dem Aufbau seiner Modulverlautbarung zu Fragen der IFRS-Rechnungslegung begonnen. Diese soll perspektivisch die bisherigen Verlautbarungen zur IFRS-Rechnungslegung um einzelne, teilweise sehr spezifische Fragestellungen ergänzen.

Der Fachausschuss für Unternehmensberichterstattung (FAB) des IDW hat am 2. Juni 2020 zwei weitere Module der IDW-IFRS-Modulverlautbarung IDW RS HFA 50 mit Bezug zu IFRS 9 veröffentlicht. Beide befassen sich mit Fragestellungen im Zusammenhang mit den Klassifikationskriterien des IFRS 9 für Finanzinstrumente:

  • Das Modul IFRS 9-M2 untersucht, ob bei Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen spezieller Factoring-Vereinbarungen eine Vereinbarkeit mit dem Geschäftsmodell „Halten“ i.S.v. IFRS 9 vorliegt bzw. vorliegen kann. Eine Zuordnung von finanziellen Vermögenswerten zu diesem Geschäftsmodell ist – neben der Erfüllung der Zahlungsstrombedingung – Voraussetzung für eine Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten.
  • Das Modul IFRS 9-M3 thematisiert die Frage, ob im Fall von unterschiedlichen Ausgabe- bzw. Erwerbszeitpunkten von Finanzinstrumenten mit identischen Vertragsbedingungen ggf. geänderte Umstände beim jeweiligen Erstansatzzeitpunkt Auswirkungen auf die Beurteilung der Zahlungsstrombedingung haben können.

 

Darüber hinaus wurden am 15. Juni 2020 drei weitere Module zu Fragen im Zusammenhang mit der Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16 veröffentlicht:

  • Das Modul IFRS 16-M1 beschäftigt sich mit der Bilanzierung von Nutzungsrechten im Rahmen von Erbbauverträgen. Aufgrund der umfangreichen Rechte des Erbbauberechtigten während der typischerweise sehr langen Laufzeit des Vertragsverhältnisses wird untersucht, ob tatsächlich nur ein Nutzungsrecht oder faktisch die Beherrschung an dem Grundstück übertragen wird.
  • Das Modul IFRS 16-M2 geht der Frage nach, ob die Überlassung von geleasten Firmenfahrzeugen an Arbeitnehmer als Unterleasingverhältnis nach IFRS 16 oder als Leistung an Arbeitnehmer nach IAS 19 darzustellen ist.
  • Das Modul IFRS 16-M3 befasst sich mit der Bilanzierung von Mieterdarlehen aus Immobilienleasingverträgen bei Ein-Objekt-Immobiliengesellschaften, insbesondere aber mit der Frage, ob diese Mieterdarlehen als Restwertgarantie i.S.v. IFRS 16 anzusehen sind.

 

Sämtliche neuen Module wurden in der Ausgabe 6/2020 der IDW Life veröffentlicht und stehen Abonnenten der IDW-Verlautbarungen im Rahmen des Abonnements zur Verfügung.