IASB verabschiedet Änderungen an IFRS 16 für COVID-19-bedingte Mietzugeständnisse


IRZ, Heft 7/8, Juli-August 2020, S. 326

Als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie hat der IASB am 27. Mai 2020 kurzfristig den finalen Ergänzungsstandard „Auf die Coronavirus-Pandemie bezogene Mietkonzessionen (Änderung an IFRS 16)“ veröffentlicht. Die Standardergänzung erlaubt Leasingnehmern die optionale Ausnahme von der Neubeurteilungspflicht für Leasingverhältnisse nach IFRS 16, sofern Leasinggeber/Vermieter den Leasingnehmern/Mietern Erleichterungen in Form von Stundung oder (teilweisem) Erlass von Miet- und Leasingzahlungen gewähren.

Um betroffenen Unternehmen die optionale Erleichterung möglichst kurzfristig verfügbar zu machen, wurde der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt vom IASB auf den 1. Juni 2020 festgesetzt. Unternehmen in der EU, die einen befreienden IFRS-Konzernabschluss aufstellen, können von der Erleichterung gleichwohl erst nach erfolgter Anerkennung des Ergänzungsstandards im Rahmen des Endorsement-Verfahrens Gebrauch machen. Ungeachtet der Dringlichkeit des Themas ist deshalb abzuwarten, wann eine Anerkennung durch die EU erfolgt; angekündigt wird diese für Q3/Q4 2020. Es ist in jedem Fall davon auszugehen, dass sich das Pflichtanwendungsdatum in der EU von dem des IASB unterscheiden wird. Dies bedeutet für IFRS-Zwischenberichte nach IAS 34 zum 30. Juni 2020, dass auf eine Neubeurteilung von Miet- und Leasingverhältnissen nach IFRS 16 nur dann verzichtet werden kann, wenn das EU-Endorsement vor dem endgültigen Erstellungsdatum des Zwischenberichts abgeschlossen sein wird.